„Two Lovers“ von James Gray ist zurück im deutschen Fernsehen: Arte hat den 2008 in Cannes uraufgeführten Film am Dienstagabend um 20.15 Uhr im Hauptprogramm gezeigt und parallel in seine Mediathek eingestellt. Bis zum 8. Oktober steht das Werk online zur Verfügung, eine Wiederholung im linearen Programm folgt am Montag, dem 21. September, um 14 Uhr.

Erzählt wird die Geschichte des depressiven Brooklyner Fotografen Leonard, der zwischen der von seinen Eltern arrangierten Sandra (Vinessa Shaw) und der unerreichbaren Nachbarin Michelle (Gwyneth Paltrow) hin und her taumelt. Joaquin Phoenix spielt Leonard - Paste Magazine bezeichnete die Darbietung als „a facet of himself the world has rarely seen“. Weltweit spielte der Film nur rund 16 Millionen Dollar ein. Überschattet wurde er von der Kunstfigur, die Phoenix während der Promotour aufführte und die 2010 in der Mockumentary „I'm Still Here“ mündete.

„Nuancierte Darstellungen“

Die Neuentdeckung im deutschsprachigen Feuilleton fällt einhellig positiv aus. Der Filmdienst würdigt „Two Lovers“ als Werk „ohne gekünstelte Dramatik, mit nuancierten Darstellungen und prägnanten Breitwandbildern“. Kulturnews rückt Grays Handwerklichkeit in den Mittelpunkt: Kamera, Schnitt, Ausstattung und Musik trügen den Stoff, ohne die Erzählung zu überlagern. Bei Rotten Tomatoes liegt die Kritikerquote bei 82 Prozent.

Ohne gekünstelte Dramatik, mit nuancierten Darstellungen und prägnanten Breitwandbildern.
- Filmdienst

Arte flankiert die Ausstrahlung mit zwei Dokumentarfilmen. Um 22 Uhr folgte „James Gray - Filmmaker in Times of Change“, eine französische Produktion aus dem Jahr 2024. Direkt im Anschluss lief die deutsche Dokumentation „Joaquin Phoenix - Schauspieler der Extreme“ (2023). Beide Filme sind ebenfalls über die Mediathek abrufbar und ordnen den Hauptfilm in die Karrieren von Regisseur und Hauptdarsteller ein.

Moviepilot zählt „Two Lovers“ zu den vergessenen Filmen der 2000er Jahre. Die Community-Wertung dort liegt bei 6,7 von 10 Punkten bei rund 770 Stimmen. Als Ursache für das Verschwinden aus dem kollektiven Gedächtnis nennt das Portal die skandalisierten Auftritte von Phoenix während der Promotour und das Awards-Getümmel des Jahrgangs, das leisere Produktionen überdeckt habe. Mit dem Arte-Termin und der anschließenden Verfügbarkeit in der Mediathek bekommt der Film eine zweite Chance auf ein deutschsprachiges Publikum.