Der zehnte Titel für Spanien, das nächste Silber für den DFB-Nachwuchs. Die deutsche U19 hat am Samstagabend im walisischen Wrexham das Endspiel der Europameisterschaft mit 0:2 (0:1) gegen Spanien verloren. Vor der Kulisse des Racecourse Ground trafen Hugo Lopez in der 44. Minute und Mario Rivas mit einem Kopfball nach der Pause (48.), wie die Sportschau berichtet. Für das Team von Trainer Christian Wörns bleibt es beim Griff nach Bronze - der letzte U19-EM-Sieg des DFB liegt zwölf Jahre zurück, gewonnen wurde er 2014 von einem Jahrgang um Joshua Kimmich und Julian Brandt.
Wörns hatte seine Startelf im Vergleich zum bedeutungslosen letzten Gruppenspiel deutlich verändert, in dem die DFB-Junioren gegen die gleiche Mannschaft mit 0:4 untergegangen waren. Der Plan ging über weite Strecken auf: Deutschland stand kompakt, blockte die spanischen Kombinationen ab und kam durch Otto Stange schon nach zehn Minuten zur ersten Großchance. Der Angreifer des Hamburger SV brachte den Ball aus fünf Metern jedoch nicht mit genügend Druck aufs Tor. Eine zweite Möglichkeit vergab er in der 30. Minute, wie ran im Liveticker festhielt.
Wenn es länger 1:0 bleibt, hätten Sie gesehen, was noch möglich gewesen wäre.
Kurz vor der Pause fiel die Vorentscheidung. Nach einem abgefälschten Distanzschuss stand Lopez am zweiten Pfosten frei und drückte zum 1:0 ein. Drei Minuten nach dem Wiederanpfiff köpfte Rivas eine kurz ausgeführte Ecke am kurzen Pfosten zum 2:0 ein - eine Zone, die Wörns in der Analyse offen kritisierte. Von zwei, drei Kontern habe sein Team sich „viel zu billig auskontern lassen", zitiert die Sportschau den Trainer.
Danach warf die DFB-Auswahl das zweite Gruppenspiel-Debakel endgültig aus dem Kopf und drängte auf den Anschluss. Ein Freistoß von Moritz Reimers klatschte an die Latte, Einwechselspieler Culbreath verpasste aus fünf Metern per Kopf. Am Ende reichte der Aufwand nicht, um die spanische Ordnung zu knacken. Trainer Paco Gallardo, der die iberischen Junioren aus fünf Turnierspielen ohne Gegentor (19:0) ins Finale geführt hatte, hob den Pokal über den Kopf.
Trostpreis für Stange
Einen Titel nahm die DFB-Delegation dann doch mit nach Frankfurt. Otto Stange erhielt gemeinsam mit Spaniens Jose Antonio Morante die Torjägerkanone des Turniers - beide hatten in fünf Spielen je vier Treffer erzielt. Der 18-jährige HSV-Stürmer, der bei den Profis unter Vertrag steht, gilt als eines der spannendsten deutschen Sturmtalente seines Jahrgangs. Auf dem Feld tröstete ihn Morante, wie ein Bild der Fotoagentur Sportimage aus Wrexham dokumentiert.
Für den DFB bleibt trotz der Niederlage ein sportliches Zwischenzeugnis stehen. Die U19 hat sich anders als noch beim 0:4 in der Gruppenphase auf Augenhöhe gezeigt, so schrieb es t-online in seiner Bilanz, und mit dem Finaleinzug einen der besseren Auftritte deutscher Nachwuchsteams der vergangenen Jahre hingelegt. Die spanische Dominanz bleibt eine Größe für sich: Zehn Titel in dieser Altersklasse, dazu die 19:0-Torbilanz des aktuellen Jahrgangs. Nach dem Turnier stehen die nächsten Spieler auf dem Sprung in die Bundesliga - für viele Wörns-Schützlinge geht es in wenigen Wochen zurück in die Vorbereitung ihrer Vereine.