Am Sonntag hat eine Kaltfront aus Nordwesten der wochenlangen Hitzeperiode über weiten Teilen Deutschlands ein abruptes Ende gesetzt. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilte, rollte südlich einer Achse vom Nordschwarzwald bis zur Lausitz eine Gewitterlage mit Starkregen, kleinkörnigem Hagel und schweren Sturmböen heran. Am heftigsten trifft es Bayern, den Südosten Baden-Württembergs sowie Sachsen.

In den Warnbereichen sind laut DWD Starkregenmengen um 30 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, in einzelnen Regionen des Südens werden 30 bis 50 Liter erwartet, punktuell sind über 80 Liter nicht ausgeschlossen. Hagelkörner erreichen bis zu drei Zentimeter, Sturmböen laut DWD-Prognose Geschwindigkeiten bis 100 Kilometer pro Stunde. Auch das Vogtland, die Oberpfalz und Franken liegen im Zentrum der Warnzone.

Auslöser ist eine Kaltfront, die kühlere Nordseeluft heranführt und die schwülwarme Luftmasse mit Spitzenwerten jenseits der 30 Grad Celsius verdrängt. Die Höchstwerte fallen dabei binnen 24 Stunden von 28 bis 33 Grad am Sonntag auf 20 bis 26 Grad am Montag. Für den Wochenbeginn erwartet der DWD weitere Schauer und Gewitter, die sich Richtung Alpen und Osteuropa verlagern.

Sturmböen von 80 bis 100 km/h möglich.
- Dominik Jung, Meteorologe, t-online

Wenig Entlastung für Rhein und Elbe

Für die anhaltende Trockenheit an den großen Flüssen bringt der Wetterumschwung kaum Linderung. Ein Großteil des konvektiven Regens verdunstet auf den ausgedörrten Böden oder läuft rasch ab, wie Wetterexperten warnen. Die historisch niedrigen Pegel an Rhein und Elbe werden dadurch nur punktuell entlastet. „Dürre und Trockenheit sind mit diesem Regen selbstverständlich nicht vorbei“, sagte Wetterexperte Karsten Brandt gegenüber news.de.

Auch in Marburg an der Lahn bleibt die Wetterlage angespannt. In den vergangenen Tagen hatten kräftige Regenfälle die Lahn und mehrere kleine Zuflüsse ansteigen lassen, wie die Oberhessische Presse berichtet. Örtliche Überschwemmungen sind laut Hochwasservorhersagezentrale weiter möglich, akute Alarmstufen wurden aber am Samstagmorgen für Rheinland-Pfalz nicht gemeldet.

Meteorologen sehen die Abkühlung als kurze Verschnaufpause. Nach der Kaltfront folgt laut DWD-Meteorologe Marcel Schmid in der kommenden Woche eine Phase mit Werten zwischen 20 und 26 Grad, ehe sich die nächste Hitzewelle andeutet. Der August 2026 lag bislang 3,5 bis 5 Grad über dem langjährigen Klimamittel.