Genau ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gedenken die Vereinigten Staaten am Freitag der fast 3.000 Todesopfer. Präsident Donald Trump nimmt an einer Zeremonie im Pentagon bei Washington teil, Vizepräsident JD Vance vertritt die Regierung bei der zentralen Namensverlesung am Ground Zero in Manhattan. Dort werden auch Trumps vier lebende Amtsvorgänger erwartet - der Republikaner George W. Bush sowie die Demokraten Bill Clinton, Barack Obama und Joe Biden.

Für Trump ist es das zweite Jahr in Folge, in dem er den Jahrestag im Pentagon begeht. Ein Wechsel nach New York war zwischenzeitlich im Gespräch, scheiterte laut Berichten von US-Medien aber daran, dass die Veranstalter am Ground Zero seit 2012 keine politischen Reden zulassen. „Because I'm going to the Pentagon“, antwortete Trump laut CNN einer Reporterin, die ihn nach dem Grund für seine Wahl gefragt hatte. In seiner Proklamation zum „Patriot Day 2026“ hatte der Präsident zuvor eine Chronologie des Tages gezeichnet, an dem „der Frieden unserer Nation zerbrach“.

Gedenken an drei Orten

Zeitgleich zur Zeremonie in Manhattan finden Gedenkveranstaltungen am Pentagon und in Shanksville in Pennsylvania statt. Dort war United-Airlines-Flug 93 abgestürzt, nachdem Passagiere die Entführer überwältigt hatten. Von den vier gekaperten Maschinen des Terrornetzwerks al-Qaida trafen zwei die Zwillingstürme des World Trade Centers, eine das Pentagon; die vierte kam nicht an ihr Ziel. Nach dem Einsturz der Türme starben insgesamt 2.977 Menschen, darunter 343 Feuerwehrleute des New York City Fire Department.

In New York verlesen Angehörige seit einem Vierteljahrhundert die Namen aller Opfer; Glocken läuten zu den Zeitpunkten der Flugzeugeinschläge und der Einstürze. Die US-Regierung schickt neben Vance weitere Kabinettsmitglieder zu den anderen Zeremonien, ein Teil der Delegation reist nach Shanksville. Trump hatte in einer Rede in Washington am Dienstag den Jahrestag als einen der wenigen Momente beschrieben, „die die Zeit in ein wirkliches Davor und Danach teilen“ - so gab die Nachrichtenagentur Associated Press seine Formulierung wieder.

Auch außerhalb der Vereinigten Staaten hallt der Jahrestag nach. Das regionale Nachrichtenportal Pfalz-Express erinnerte an die deutschen Reaktionen: Fahnen auf Halbmast, Blumen an Botschaften, Trauergottesdienste. In der Folge der Anschläge schnürte die rot-grüne Bundesregierung zwei Sicherheitspakete, gründete 2004 das Gemeinsame Terrorismusabwehrzentrum in Berlin und schickte die Bundeswehr für zwei Jahrzehnte nach Afghanistan - ein Kapitel deutscher Außen- und Innenpolitik, das bis heute nachwirkt.