Die USA haben sich als erster Gastgeber der WM 2026 fürs Achtelfinale qualifiziert. Im Levi's Stadium in Santa Clara, das die FIFA während des Turniers San Francisco Bay Area Stadium nennt, schlug die Mannschaft von Trainer Mauricio Pochettino Bosnien-Herzegowina in der Nacht auf Donnerstag mit 2:0 (1:0). Vor 68.827 Zuschauern trifft Folarin Balogun kurz vor der Pause, sieht in der 64. Minute Rot, ehe Malik Tillman in der 82. per direktem Freistoß den Endstand besorgt. Nächster Gegner im Achtelfinale ist am Sonntag in Seattle Belgien, das Senegal am Vorabend in der Verlängerung 3:2 bezwungen hatte.
Balogun, im Klub bei der AS Monaco, hatte bis dahin an einer zähen Partie geknabbert. Bosniens Coach Sergej Barbarez, dem Bundesliga-Publikum aus Zeiten bei Hamburg und Leverkusen vertraut, hatte seine Elf in ein enges 4-2-3-1 gestellt und stand mit fünf Feldspielern in der letzten Reihe. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit spielte Timothy Weah Balogun in den Strafraum, der US-Stürmer verwertete zum 1:0. Zweimal fielen weitere Treffer wegen Abseits, wie der ZDFheute-Liveticker vermerkte.
Der Bruch kam in der 64. Minute. Balogun stieg Bosniens Innenverteidiger Tarik Muharemovic auf das Sprunggelenk, der brasilianische Schiedsrichter Raphael Claus zückte nach dem Blick auf den Videomonitor Rot. Rund eine halbe Stunde in Unterzahl blieben, doch Bosnien fand kein Rezept gegen die kompakte US-Defensive um Chris Richards und Kapitän Tim Ream. Bei den erwarteten Toren zeigte das Portal fussballnationalmannschaft.net am Ende 0,92 zu 0,21 zugunsten der Gastgeber.
Balogun trifft und fliegt - USA im Achtelfinale.
Der Deutsch-Amerikaner besorgt das 2:0
Die Entscheidung fiel in der 82. Minute durch einen Spieler mit deutschem Pass in der Vergangenheit. Malik Tillman, seit 2025 für kolportierte 35 Millionen Euro von der PSV Eindhoven zu Bayer Leverkusen gewechselt, trat einen Freistoß von der Strafraumkante flach und mit Effet um die schlecht gestellte Mauer der Bosnier. Torhüter Nikola Vasilj war chancenlos. Tillman, der als Kind wie sein Bruder Timothy im Nachwuchs des FC Bayern spielte und zwischenzeitlich für die DFB-Junioren aufgelaufen war, entschied sich 2022 endgültig für die USA - das Geburtsland seines Vaters.
Für die US-Auswahl ist es der erste Sieg in einer WM-K.-o.-Runde seit 2002. Damals hatte das Team unter Bruce Arena Mexiko im Achtelfinale 2:0 geschlagen. Pochettino, im vergangenen September aus Enttäuschung über den Copa-América-Frühausstieg von Gregg Berhalter übernommen, hat den Nimbus des Heimturniers innerhalb weniger Monate gedreht. „We have no second chance if we fail. It's about everything“, hatte er vor Turnierstart gegenüber US-Medien den Modus der K.-o.-Runde beschrieben.
Barbarez gibt sich stolz, Bosnien reist ab
Für Bosnien-Herzegowina ist das Turnier beendet. Trainer Sergej Barbarez, in Deutschland als Torjäger von Hansa Rostock, dem HSV und Bayer Leverkusen zwischen 1996 und 2007 gefeiert, hatte in Interviews vor dem Spiel angekündigt, dass eine kompakte Defensive und Umschaltmomente über Edin Džeko und Ermedin Demirović der Plan seien. Der Plan hielt bis zur 45. Minute. Nach dem Abpfiff sagte Barbarez laut Sportschau sinngemäß, er habe seiner Mannschaft nach dem Schlusspfiff versichert, wie stolz er auf sie sei.
Die Amerikaner treffen am Sonntag im Achtelfinale in Seattle auf Belgien - jene Mannschaft, die in der Nacht zuvor gegen Senegal einen 0:2-Rückstand gedreht und in der Verlängerung 3:2 gewonnen hatte. Für Pochettino, der den frühen Ausfall von Christian Pulisic in Kauf nehmen musste, wird die Vorbereitung kurz: Zwischen den beiden Spielen liegen keine 100 Stunden.