Darja Varfolomeev hat die Heim-WM der Rhythmischen Sportgymnastik in Frankfurt mit drei Goldmedaillen abgeschlossen. Am Sonntag holte die 19-Jährige in der Festhalle die Titel im Ball- und Band-Finale und wurde Dritte am Reifen. Bereits am Freitag hatte sie in einer ausverkauften Halle mit 4.250 Zuschauern das Mehrkampf-Gold gewonnen. Die Bilanz der Heim-WM: drei von fünf möglichen Goldmedaillen und ein sicherer Quotenplatz für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.

Am Sonntag lief es in Frankfurt geordnet Richtung Titelverteidigung. Mit dem Ball setzte Varfolomeev 30,350 Punkte hin und verwies Sofija Ilterjakowa (29,800) und Maria Borisowa (29,150), beide unter neutraler Flagge, auf die Ränge. Am Band folgte ein 30,500er-Sieg vor der Bulgarin Stiljana Nikolowa (30,450) - fünf Hundertstel Vorsprung, mehr braucht es nicht. Am Reifen ließ ihr die Ukrainerin Taisiia Onofriichuk mit einem starken Vortrag den Vortritt, Varfolomeev holte 30,400 Punkte und Bronze hinter Sofia Raffaeli (30,500). Zum Keulen-Finale war sie nach Rang neun in der Qualifikation nicht qualifiziert.

Heute lief es wirklich perfekt. Es war mir sehr wichtig, dass ich diese letzte Übung sauber und ohne Verluste durchgezogen habe.
- Darja Varfolomeev, in der Sportschau

Von Sibirien nach Schmiden zur unumstrittenen Nummer eins

Der Titelmarathon hatte am Freitagabend im Mehrkampf begonnen und war zugleich der emotionale Höhepunkt der Woche. Varfolomeev, die für den TSV Schmiden startet, gewann mit 119,500 Punkten vor Nikolowa (117,600) und Raffaeli (117,550) und feierte damit ihren dritten Mehrkampf-WM-Titel in Serie. „Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben. Ich habe geweint, ich habe gelacht - und ich bin einfach dankbar für die Unterstützung“, sagte sie t-online. Trotz eines Patzers am Reifen sammelte sie an Ball, Keulen und Band nahezu fehlerfrei ihre Wertungen ein - alleine an den Keulen holte sie mit 31,500 Punkten die Tagesbestleistung im Mehrkampf.

Damit hat Varfolomeev, die 2024 in Paris als erste deutsche Turnerin überhaupt Olympia-Gold im Mehrkampf holte, ihre WM-Sammlung auf 14 Titel erweitert. Der olympische Startplatz für Los Angeles ist gesichert, der Dominanzanspruch in der Disziplin gefestigt. Die WM in Frankfurt hatte im Vorfeld eher als Härtetest gegolten - am Ende ist es der Krönungszug einer 19-Jährigen, die in ihrer Sportart derzeit ohne Gegnerin auf Augenhöhe unterwegs ist.