Der Vatertag 2026 ist nüchterner verlaufen als die Statistik der vergangenen Jahre befürchten ließ. Polizeibehörden in Bremen und Niedersachsen meldeten am Freitag eine weitgehend ruhige Bilanz für den 14. Mai. Wie wir am Donnerstag berichteten, hatte der Deutsche Verkehrssicherheitsrat im Vorfeld vor einem dreifach erhöhten Unfallrisiko durch Alkohol gewarnt. Der angekündigte Dauerregen hielt nach übereinstimmenden Angaben der Behörden viele Bollerwagen-Gruppen am Feiertag zu Hause.
In Bremen und Bremerhaven blieb es laut Landespolizei bis auf eine kleinere Auseinandersetzung im Bürgerpark ohne nennenswerte Vorfälle, berichtet der NDR-Sender Buten un Binnen. Die Einsatzkräfte führen die Ruhe vor allem auf das schlechte Wetter zurück, das deutlich weniger Menschen ins Freie lockte. Auch die Bundespolizei bestätigte gegenüber Buten un Binnen, dass es in Zügen und Bahnhöfen im Bremer Raum ruhiger zugegangen sei als in den Vorjahren - überfüllte Regionalzüge und alkoholisierte Gruppen waren zuletzt ein wiederkehrendes Thema.
Im niedersächsischen Landkreis Stade fiel die Bilanz weniger glimpflich aus. Rund 1.500 Feiernde waren laut Polizei unterwegs, deutlich weniger als in den Vorjahren. Bis 21:30 Uhr registrierten die Beamten vier körperliche Auseinandersetzungen, in Brobergen, an der Lühe-Anlegestelle, in Ruschwedel und vor einer Buxtehuder Eisdiele. Fünf Menschen wurden leicht verletzt. In Horneburg stoppten Beamte eine Autofahrerin mit 2,32 Promille; ihr Führerschein wurde an Ort und Stelle einbehalten.
Unfall auf der Kreisstraße 49
Gegen 20:20 Uhr stießen auf der K 49 ein BMW und ein Audi zusammen. Beide Fahrzeuge wurden erheblich beschädigt; die beiden Fahrerinnen und eine Beifahrerin kamen mit leichten Verletzungen ins Elbeklinikum. Die Feuerwehren aus Ruschwedel und Harsefeld waren im Einsatz. Ob Alkohol eine Rolle spielte, teilte die Polizei zunächst nicht mit.
Wir haben ein paar mehr Leute erwartet.
Auch andernorts in Niedersachsen waren die Gruppen sichtbar kleiner. Im ostfriesischen Leer sagte ein Teilnehmer namens Matthias dem Mindener Tageblatt, man habe „ein paar mehr Leute erwartet“. Ein anderer aus seiner Gruppe ergänzte: „Alle Leute, die wir getroffen haben, hatten gute Laune. Die haben wir auch selber versucht zu verbreiten.“ In Norddeich sagte Jochen Schütter dem Blatt: „Seit 15, 16 Jahren machen wir am Vatertag Touren.“
Bundesweite Zahlen liegen noch nicht vor. Im Vorjahr hatte die Polizei an Christi Himmelfahrt 284 alkoholbedingte Unfälle registriert, 64 Menschen wurden schwer verletzt. Ob der verregnete Vatertag 2026 diese Bilanz spürbar verbessert, dürfte sich erst in den kommenden Wochen in den offiziellen Statistiken zeigen.