Der Bayerische Rundfunk hat am Dienstagabend um 21.05 Uhr das Porträt von Veronika Fitz in der Reihe „Unter unserem Himmel“ wiederholt. Der 40-minütige Film von Martin Weinhart zeigt die Volksschauspielerin, die vor allem als Titelfigur der BR-Kultserie „Die Hausmeisterin“ bekannt wurde, im Alter von 76 Jahren in ihrem neuen Zuhause im oberbayerischen Prien am Chiemsee. Es ist ihr letzter dokumentierter Auftritt vor der Kamera. Fitz starb am 2. Januar 2020 im Alter von 83 Jahren. Das Erstsendedatum der Doku liegt bereits mehr als ein Jahrzehnt zurück; die aktuelle Wiederholung fällt in eine Phase, in der der BR seit Juli 2025 die drei Staffeln der „Hausmeisterin“ wieder dienstagabends in der Primetime zeigt.
Weinhart begleitet Fitz in dem Film durch die Stationen ihrer Biografie: die Kinderbühne ihrer Mutter, die Ausbildung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule, Engagements an den Münchner Kammerspielen, am Bayerischen Staatsschauspiel und am Wiener Burgtheater, wo sie mit Klaus Maria Brandauer und Senta Berger auf der Bühne stand. Erzählt wird auch die Geschichte des Sturzes, der Fitz mit 76 zwang, ihr langjähriges Zuhause in Krailling zu verlassen und zu ihrer Tochter Ariela Bogenberger nach Prien zu ziehen. Fitz spricht im Film offen über die Melancholie, die sie ihr Leben lang begleitete, und über die Trennung von ihrem ersten Ehemann, dem Schauspielerkollegen Willi Anders, der sich später das Leben nahm.
Ich habe 30 Jahre Theater gespielt, außerdem im Millionenbauer, im Bayer auf Rügen, bei Tierarzt Dr. Engel - trotzdem sprechen alle nur von der Hausmeisterin.
Rolle des Lebens
Die Titelrolle der Hausmeisterin Martha Haslbeck spielte Fitz zwischen 1987 und 1992 in drei Staffeln mit insgesamt 23 Folgen. Für die Serie erhielt der Bayerische Rundfunk 1990 den Grimme-Preis in Bronze. „Das war die Rolle meines Lebens“, sagte Fitz später gegenüber Hallo München über ihre Figur. Die Wiederentdeckung durch das jüngere Publikum kommt spät, aber nicht überraschend: Die Kombination aus Weinharts intimem Porträt und der laufenden Wiederholung der Serie zieht seit Wochen Aufmerksamkeit auf Fitz. Am Dienstag stand ihr Name unter den meistabgerufenen Personenartikeln der deutschsprachigen Wikipedia.
Fitz stammte aus einer Münchner Theaterfamilie. Ihre Mutter Josefine „Pepi“ Fitz betrieb die „Fitz-Kinderbühne“, auf der Veronika mit ihren Geschwistern aufwuchs. Neben der „Hausmeisterin“ prägten Serien wie „Forsthaus Falkenau“, „Tierarzt Dr. Engel“ und „Ein Bayer auf Rügen“ ihre Fernsehkarriere; dazu kamen zahlreiche „Tatort“- und „Derrick“-Auftritte. Ihre letzte fiktionale Rolle übernahm sie 2010 in dem BR-Fernsehdrama „In aller Stille“, dessen Drehbuch ihre Tochter Ariela Bogenberger verfasste. Der Weinhart-Film schließt daran an - als Bilanz und als Abschied, wenige Jahre vor Fitz' Tod in Prien.