Max Verstappen hat am Sonntag den nach Malaysia verlegten Großen Preis von Bahrain gewonnen und damit seinen ersten Saisonsieg 2026 geholt. Nach 55 Runden auf dem Sepang International Circuit kam der Red-Bull-Pilot nach 1:47:15,000 Stunden ins Ziel, 2,307 Sekunden vor WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli im Mercedes und 4,919 Sekunden vor Lewis Hamilton, der sich im Ferrari von Startplatz 17 auf das Podium zurückgearbeitet hatte.
Es war das erste Formel-1-Rennen in Sepang seit 2017 und das 72. Grand-Prix-Siegerergebnis von Verstappens Karriere - der erste Red-Bull-Erfolg mit dem neuen Ford-Antrieb, der zur Saison 2026 die Honda-Nachfolge angetreten hat. „Was für ein fantastisches Wochenende, wir können stolz sein“, funkte Verstappen nach der Zieldurchfahrt an die Box, wie der Tagesspiegel berichtet. Wie wir gestern an dieser Stelle schrieben, hatte er im Qualifying die erste Pole der Saison geholt.
Der Start fiel buchstäblich ins Wasser. Nach einem heftigen Niederschlag über Sepang verzögerte sich die Rennfreigabe um rund eine Stunde und 40 Minuten. Auf Intermediates verlor Verstappen beim stehenden Start zunächst die Führung an Antonelli und George Russell, während Hamilton und Charles Leclerc in den Ferraris auf Slicks starteten und sich damit, wie die Sportschau analysiert, bei der Reifenwahl verzockten. In der 9. Runde drehte sich Valtteri Bottas im Cadillac, das Safety Car neutralisierte das Feld - und Verstappen holte sich beim Restart die Spitze zurück.
Ich habe auf dem Bildschirm gesehen, dass wir eine Minute zurück sind. Aber ich bin cool geblieben.
Hamiltons Weg zurück nach vorn war die zweite Geschichte dieses Nachmittags. Nach dem Reifen-Fehlgriff rutschte der siebenfache Weltmeister bis auf Position 17 ab, nutzte dann aber die Boxenstopp-Welle nach dem Safety Car konsequent und schob sich auf trockener werdender Strecke Runde für Runde zurück. „Was für ein hartes Rennen“, sagte Hamilton anschließend. Zur Ferrari-Strategie am Start fand er klare Worte: „Das war die falsche Entscheidung.“
Russells Motorschaden entscheidet die WM-Richtung
Für Mercedes endete das Rennen zweigeteilt. Antonelli brachte den zweiten Platz routiniert nach Hause. „Das war das Maximale, das wir rausholen konnten“, sagte der Mercedes-Rookie nach dem Rennen. Russell dagegen, der ab der zweiten Rennhälfte auf Platz drei lag, verlor fünf Runden vor Schluss unter einer späten Safety-Car-Phase sein Aggregat. Der Motor schlug ohne Vorwarnung aus, Russell rollte aus - der zweite Antriebsschaden an einem Mercedes innerhalb weniger Rennen.
In der Fahrerwertung baut Antonelli seinen Vorsprung auf Russell damit auf 84 Punkte aus. Rechnerisch ist der Titelkampf zwischen den beiden Teamkollegen nicht entschieden, praktisch aber kaum noch zu drehen - sechs Rennen vor dem Finale müsste Russell im Schnitt rund 15 Punkte pro Rennen gutmachen, bei einem gleichzeitig schwächelnden Motorenpaket. Charles Leclerc kam als Vierter ins Ziel, Isack Hadjar nach seiner Fünf-Platz-Strafe trotzdem noch Fünfter. Nico Hülkenberg verlor in der Schlussphase den zehnten Rang und wurde Elfter.
Für Red Bull ist der Sepang-Sonntag das Signal, auf das die Mannschaft seit dem Reglementwechsel im Winter wartet: Pole-Position, Sieg und ein Ford-Debüt-Erfolg in einer Saison, in der zuvor Mercedes und Ferrari das Tempo bestimmten. Der nächste Grand Prix steht in Singapur an, dort verteidigt Antonelli seine WM-Führung unter Flutlicht - mit Russell im Rücken, dessen Titelchance an diesem verregneten Sepang-Nachmittag spürbar geschrumpft ist.