Die FIFA hat den slowenischen Schiedsrichter Slavko Vinčić für das WM-Finale zwischen Argentinien und Spanien am Sonntagabend im MetLife Stadium nominiert. Verkündet wurde die Entscheidung am Freitag durch FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina. Vor laufender FIFA-Kamera schlug der 46-Jährige die Hände vor das Gesicht, brach in Tränen aus und umarmte seine Assistenten - das Video ging in den sozialen Netzwerken um die Welt.
Vinčić bringt eine der stärkeren europäischen Referee-Karrieren mit. Seit 2010 pfeift er auf FIFA-Niveau, 2024 leitete er das Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund, kurz darauf das EM-Halbfinale zwischen Spanien und Frankreich. Bei der laufenden WM war er zuvor in den Gruppenspielen Brasilien gegen Marokko und Jordanien gegen Algerien sowie im Achtelfinale Mexiko gegen Ecuador im Einsatz. Nach FIFA-Angaben ist er erst der 23. Referee der Turniergeschichte, der ein WM-Endspiel leitet - und der erste aus Slowenien.
Zuerst ein Schock. Dann Glück. Ich habe gezittert, es ist eine unglaubliche Ehre, das WM-Finale zu bekommen.
An seiner Seite stehen die slowenischen Landsleute Tomaž Klančnik und Andraž Kovačič als Linienrichter, vierter Offizieller ist der Jordanier Adham Makhadmeh. Auf der VAR-Position sitzt der deutsche Referee Bastian Dankert, der bei der FIFA in hohem Ansehen steht und laut t-online seinen zwölften WM-Einsatz absolviert. Unterstützt wird Dankert im Video-Raum vom Kolumbianer Nicolás Gallo und von Khamis Al Marri aus Katar.
Warum nicht Faghani
Als Topfavorit für das Endspiel galt bis zuletzt der Iraner Alireza Faghani, der 2016 das olympische Fußballfinale gepfiffen hatte. Die FIFA entschied sich dennoch für Vinčić - nach Recherchen von ran.de deshalb, weil der Weltverband das Endspiel nicht von umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen überschatten lassen will. Vinčić selbst rückte den Teamgedanken in den Vordergrund. „Ohne Tomaž und Andraž ist das nicht möglich“, sagte er auf FIFA.com über seine beiden Assistenten.
Ganz unumstritten war Vinčić bei diesem Turnier nicht: In seinem WM-Achtelfinale zwischen Mexiko und Ecuador stellte er den ecuadorianischen Verteidiger Piero Hincapié vom Platz, eine Entscheidung, die in Südamerika für Diskussionen sorgte. Anpfiff des Endspiels ist am Sonntag um 21 Uhr MESZ, das ZDF überträgt live.