Athens Zivilschutz hat für Donnerstag den sogenannten Red Code für sechs Regionen ausgerufen. Für Chios, Samos, Ikaria, Kalymnos, Kos und die gesamte Region Kreta gilt die Gefahrenstufe 4 - sehr hohe Waldbrand-Gefahr. In den 24 Stunden vor der Warnung zählten die Feuerwehren landesweit 45 Wald- und Flurbrände, wie das Generalsekretariat für Zivilschutz mitteilte. Auf Kreta wurde die antike Ausgrabungsstätte von Knossos vorsorglich geräumt.

Betroffen sind vor allem stark frequentierte Ferieninseln der Ostägäis. Regionale Behörden, staatliche Dienste und Gemeinden wurden in erhöhte Einsatzbereitschaft versetzt, wie die griechische Nachrichtenseite Parapolitika berichtet. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, alles zu unterlassen, was Funkenflug erzeugen kann - vom offenen Grillen bis zum Trockenbrennen von Feldern.

Kroatiens Adria brennt seit Dienstag

Auf der kroatischen Insel Čiovo zwischen Trogir und Split kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Waldbrand, den ein Blitzeinschlag am Dienstag entfacht hatte. Die stürmische Bora treibt die Flammen quer über die Insel, wie oe24 unter Berufung auf lokale Behörden berichtet. Der Ort Marusici mit rund 200 Einwohnern und zahlreichen Urlaubern wurde vollständig evakuiert, für Teile des Dorfes Okrug Gornji laufen die Vorbereitungen für eine Räumung. Die Wasserpolizei brachte Anwohner und Touristen per Schiff in Sicherheit, mehrere Häuser und Autos brannten aus.

In der Türkei lodert seit Dienstag ein Brand in der Ägäis-Region um Izmir. Starke Winde trieben die Flammen laut Berichten des Schweizer Newsportals 20 Minuten in Wohngebiete, Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

Der Mittelmeerraum unter Dauerbelastung

Vor drei Tagen starben in der südspanischen Provinz Almería mindestens zwölf Menschen bei einem Waldbrand, der nach Angaben des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus rund 7.000 Hektar Land verbrannte. In Südfrankreich mussten rund um Lançon-Provence 600 Menschen fliehen, nördlich von Narbonne standen 900 Hektar in Flammen. Ein Brand im italienischen Ossola-Tal an der schweizerischen Grenze wütet seit neun Tagen und hat mehr als 600 Hektar Wald zerstört.

Der griechische Zivilschutz kündigte an, die Lage engmaschig zu überwachen. Auf mehreren Ferieninseln sind Drohnen und Patrouillen unterwegs. Die Wetterprognose sagt für die kommenden Tage weiter heiße und trockene Bedingungen voraus - Bedingungen, unter denen ein einziger Funke reichen kann.