In mindestens sechs Bundesländern brannten am Wochenende gleichzeitig Wälder, Wiesen und Böschungen. Die beiden größten Feuer lagen in der Vulkaneifel und im unterfränkischen Waldaschaff. Bei Langscheid im Kreis Mayen-Koblenz gingen nach Angaben der Rhein-Zeitung rund 50 Hektar in Flammen auf, in Waldaschaff im Landkreis Aschaffenburg wuchs die Brandfläche laut Nordbayerischen Nachrichten von zunächst fünf auf nahezu 29 Hektar.

Bei Langscheid wurden nach Angaben der Rhein-Zeitung sieben Menschen verletzt, einer davon mit Brandverletzungen; vier kamen ins Krankenhaus. In der Ortslage Netterhöfe mussten 20 bis 25 Gebäude vorübergehend geräumt werden, für die Nachbargemeinden Langenfeld und Arft mit rund 900 Einwohnern galt eine Vorwarnung zur Evakuierung. Rund 300 Einsatzkräfte und zwei Hubschrauber mit Wasseraußenbehältern waren im Einsatz. Kreissprecher Damian Morcinek verwies gegenüber der Rhein-Zeitung auf die Wetterlage, die man weiter beobachten müsse.

Es ist einfach nur beängstigend. Beängstigend - das ist die Verniedlichung für das, was man hier sieht.
- Markus Thiel, Ortsbürgermeister von Arft, gegenüber der Rhein-Zeitung

In Waldaschaff dehnte sich der am Samstagnachmittag um 16:20 Uhr gemeldete Brand über Nacht auf nahezu 29 Hektar aus. Bis zu 800 Einsatzkräfte in mehreren Schichten waren nach Angaben der Nordbayerischen Nachrichten im Einsatz, unterstützt von zwei Hubschraubern und Landwirten, die im Pendelverkehr Löschwasser heranfuhren. Rund 80 Bewohner kamen zeitweise in einer Sporthalle unter, fünf Feuerwehrleute und ein Passant wurden verletzt. Die Kriminalpolizei prüft die Ursache, schließt eine vorsätzliche Brandstiftung nach bisherigem Ermittlungsstand aber aus.

Franken, Saarland, Baden-Württemberg, Sachsen, Thüringen

Auch außerhalb dieser beiden Hotspots war die Lage angespannt. In Höchheim im Kreis Rhön-Grabfeld waren rund 200 Kräfte im Einsatz, weil das Feuer in schwer zugänglichem Gelände nur mit Wärmebilddrohnen zu orten war; über die bayerisch-thüringische Grenze hinweg pendelten Landwirte Löschwasser. Bei Lohr zwischen Rechtenbach und dem Spessart brannten laut Nordbayern zwischen 7.000 und 10.000 Quadratmeter. Im Saarland kämpften nach Berichten von t-online rund 400 Einsatzkräfte gegen einen sechs Hektar großen Brand im Landkreis Neunkirchen, ein Löschhubschrauber unterstützte. Im baden-württembergischen Schramberg standen 160 Feuerwehrleute mit 32 Fahrzeugen gegen zwei rasch wachsende Hektar; die Wehr warnte Anwohner über die Nina-App, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In Sachsen wurde der Brand bei Plauen nach Angaben der Leipziger Zeitung bis Sonntag abgelöscht. Bei Wahlausen in Thüringen erfassten die Flammen laut ZDFheute rund 2.500 Quadratmeter.

Parallel dominierten weiterhin die Brände am belgischen Hohen Venn und im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald das Bild in der Eifel; für Gey gab Landrat Wolfgang Spelthahn am Samstagabend Entwarnung, für Kalterherberg ebenfalls. Die SPD schlug am Wochenende vor, Klimaanpassung im Grundgesetz zu verankern, um dem Bund mehr Zuständigkeiten bei Katastrophenlagen zu geben - bislang liegt die Zuständigkeit vor allem bei Ländern und Kommunen.