Die rund 1.800 evakuierten Bewohnerinnen und Bewohner von Gey dürfen zurück in ihre Häuser. Der Landrat des Kreises Düren hob die Evakuierungsanordnung am Samstagabend um 21:47 Uhr auf, wie unter anderem die Aachener Zeitung im Liveblog dokumentierte. Der Kreis bezeichnete die Lage am Sonntagmorgen als „statisch“, der Brand rund um Gey gilt damit vier Tage nach seinem Ausbruch am Mittwoch als vorerst unter Kontrolle.

Wie wir am Samstag berichteten, hatte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) bei einem Besuch der Brandregion von einer „ersten Hoffnung“ gesprochen. Am Morgen bestätigte der Landrat gegenüber der Presse, dass es in der Nacht „sehr gute Fortschritte“ gegeben habe. Die Bundeswehr habe weitere breite Schneisen in das Areal geschlagen, um Zugänge für die Feuerwehr zu schaffen.

Die Zahl der eingesetzten Bergepanzer wurde von zwei auf vier verdoppelt: zwei Bergepanzer 2 der Technischen Schule des Heeres und zwei Bergepanzer Büffel des Versorgungsbataillons 7. Aus der Luft unterstützten zeitweise zwei NH-90-Hubschrauber und zwei CH-53 der Bundeswehr die Löscharbeiten. Am frühen Samstagabend stellte die Luftflotte den Wasserflug ein, weil er nicht mehr nötig war, wie ZDFheute meldete. Insgesamt sind laut Kreis rund 1.400 Kräfte im Einsatz, in der Spitze waren es nach Angaben des Landes bis zu 1.800.

Wir behalten die Lage weiterhin auf jeden Fall im Blick.
- Philipp Krüger, Einsatzleiter Feuerwehr Monschau, t-online

Kein Haus zerstört, fünf Verletzte, Munitionsreste als Risiko

Nach Angaben des Ministerpräsidenten und übereinstimmender Berichte von Tagesspiegel und t-online ist bislang kein Wohngebäude verloren gegangen. Fünf Menschen wurden während des Einsatzes verletzt. In der Nacht zum 14. August war die Detonation alter Kampfmittel aus der Schlacht um den Hürtgenwald 1944/45 zu hören; die Bundeswehr-Feuerwerker mussten die Zugänge für die Feuerwehr entsprechend absichern. Insgesamt sind rund 300 Hektar Wald betroffen. Damit bleibt der Brand nach Einschätzung der NRW-Landesregierung der größte Waldbrand im Land seit Beginn der amtlichen Erfassung 1991.

Parallel bereitet sich die Grenzgemeinde Monschau auf mögliche Evakuierungen vor. Das Feuer im belgischen Naturpark Hohes Venn hat sich nach Angaben der Behörden auf rund 2.000 Hektar ausgedehnt, die Frontlinie liegt nur noch etwa drei Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Stadt rief die rund 5.000 Einwohner der Ortsteile Kalterherberg und Mützenich zur Evakuierungsbereitschaft auf, ein Übergreifen erwartet Einsatzleiter Philipp Krüger vorerst nicht. In Belgien haben nach Angaben der Behörden bereits rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen müssen; Schweden schickt am Sonntag zwei Löschflugzeuge, die Niederlande und weitere EU-Staaten unterstützen mit Hubschraubern.