Sophie Weißenberg hat den Siebenkampf bei der Leichtathletik-EM in Birmingham am Freitagabend auf Platz fünf beendet. Die 28-Jährige aus Leverkusen kam auf 6.496 Punkte, ihre persönliche Bestleistung, und lag am Ende 134 Punkte hinter der Bronzemedaillengewinnerin Sofie Dokter aus den Niederlanden. Für die Medaille reichte es damit nicht, für Weißenberg war der Abend trotzdem ein Wendepunkt.
Europameisterin wurde die Irin Kate O'Connor mit 6.751 Punkten vor der Niederländerin Emma Oosterwegel (6.713) und deren Landsfrau Dokter (6.664). Die als Favoritin gestartete Schweizerin Annik Kälin verlor das direkte Duell um Bronze über die abschließenden 800 Meter denkbar knapp und wurde mit 6.630 Punkten Vierte, wie die Sportschau berichtete. Weißenberg lief die zwei Stadionrunden in 2:21,22 Minuten und verteidigte damit ihren fünften Platz.
Der fünfte Platz ist für mich soviel wert wie eine Medaille, einfach weil es eine PB im zweiten Comeback-Wettkampf ist.
Zurück nach 20 Monaten Pause
Birmingham war für Weißenberg erst der zweite komplette Siebenkampf seit ihrer schweren Verletzung bei den Olympischen Spielen in Paris. Beim Aufwärmen zum Wettkampf war ihr im Sommer 2024 die Achillessehne gerissen, sie musste im Rollstuhl aus dem Stade de France geschoben werden. Nach knapp 20 Monaten Pause meldete sie sich Anfang Juni beim Mehrkampf-Meeting in Götzis mit 6.449 Punkten zurück, wie die taz berichtete.
In Birmingham steigerte sie sich sofort weiter. Bereits nach dem Hürdenlauf sei sie sehr emotional gewesen, sagte Weißenberg der taz: „Und dann habe ich realisiert: Jetzt bin ich zurück." Am zweiten Wettkampftag hielt die Psychologiestudentin ihr Niveau in allen Disziplinen und blieb im Kampf um die vorderen Plätze. Die deutschen Teamkolleginnen Vanessa Grimm (14., 6.119 Punkte) und Sandrina Sprengel (15., 6.057) landeten weiter zurück.
Ein Signal in Richtung WM 2027
Für den Deutschen Leichtathletik-Verband ist Weißenbergs Rückkehr die vielleicht wichtigste Personalie des Tages. Mit 6.496 Punkten liegt sie unter den fünf besten Europäerinnen der Saison und damit erstmals seit Paris wieder auf einer Medaillenposition für die anstehende Freiluftsaison. Die WM in Peking im September 2027 wird ihre nächste große Bühne, in Birmingham bewies sie, dass sie dorthin wieder als Titelanwärterin reisen kann.