Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat den Weltumwelttag am Freitag genutzt, um den Kauf von rund 770 Hektar Wald in der Hohen Schrecke in Thüringen anzukündigen. Der Bund stellt nach Angaben des Bundesumweltministeriums 22 Millionen Euro bereit, damit die Naturstiftung David, eine Stiftung des BUND Thüringen, die Fläche aus dem Forstbetrieb herauslösen und dauerhaft als Wildnisgebiet sichern kann. Erhalten werden sollen vor allem alte Buchen- und Eichenbestände.
„Engagierter Umweltschutz ist gut für die Natur und uns Menschen“, sagte Schneider laut Mitteilung seines Hauses zum 5. Juni. Die Bundesrepublik habe ihre Treibhausgase seit 1990 um rund 48 Prozent gesenkt, die Luft sei sauberer geworden, und in vielen Flüssen und Seen könne wieder gebadet werden. Die Förderung des Hohe-Schrecke-Projekts läuft über das Programm „KlimaWildnis“ im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK), aus dem das Ministerium seit 2024 kleinere, sich selbst überlassene Wildnisflächen unterstützt.
Engagierter Umweltschutz ist gut für die Natur und uns Menschen.
Die Hohe Schrecke gehört nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz zu den größten zusammenhängenden bodensauren Buchenmischwäldern Mitteleuropas. Rund 1.450 Hektar sind bereits als Wildnisgebiet ausgewiesen, in dem die Natur ohne forstwirtschaftliche Eingriffe wachsen darf. Mit dem nun bezuschussten Ankauf erweitert die Naturstiftung David ihre Schutzkulisse - ein Anliegen, das der BUND seit Jahren verfolgt und für das die Stiftung 2008 gegründet wurde.
Flehmüllers Eiche wird 61. Nationalerbe-Baum
Im Anschluss reiste der Minister nach Krimderode bei Nordhausen, wo um 15 Uhr Flehmüllers Eiche zum 61. Nationalerbe-Baum Deutschlands ausgerufen wurde. Der Stieleichen-Methusalem auf dem Liethberg ist nach Angaben der Lokalzeitung nnz-online zwischen 600 und 1.000 Jahre alt, gut 20 Meter hoch und hat einen Stammumfang von rund 7,25 Metern. Die Initiative Nationalerbe-Bäume unter Leitung von Andreas Roloff von der TU Dresden zeichnet damit Bäume aus, die ökologisch, kultur- und landschaftshistorisch besonders bedeutend sind.
Begleitet wurden die Termine vom 40-jährigen Bestehen des Bundesumweltministeriums in dieser Woche. In einer Rede zur Festveranstaltung am Dienstag hatte Schneider erklärt, Umweltpolitik zähle „zu den großen Erfolgsgeschichten der deutschen Einheit“. Die Lage der Meere und ihre sich ausdehnenden sauerstofffreien Zonen bereiteten ihm dagegen Sorge, so der Minister.
Am Samstag setzt Schneider seine Tour im Harz fort, wenn er das 15. Bundestreffen der Junior Ranger in Braunlage besucht. International steht der Weltumwelttag 2026 unter dem Hashtag #NowForClimate; Gastgeber ist Aserbaidschan, das im November bereits die COP29 ausgerichtet hatte. In Deutschland lautet das Motto in diesem Jahr „Umweltschutz bringt was. Zusammen.“ - eine Formel, mit der das Ministerium gegen die wachsende Klimaschutz-Skepsis ankämpfen will.