Das Erste hat am Feiertagsabend eine XXL-Ausgabe von „Wer weiß denn sowas?“ ins Programm genommen und zum Tag der Deutschen Einheit auf prominente Rateteams gesetzt. Zwischen 20:15 Uhr und 23:25 Uhr spielten unter Moderator Kai Pflaume die Schauspieler Florian David Fitz und Karoline Herfurth, Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick, Zehnkampf-Weltmeister Leo Neugebauer sowie die Schauspielerinnen Katja Riemann und Barbara Wussow in drei Runden gegen die Kapitäne Bernhard Hoëcker und Wotan Wilke Möhring. Trotz Feiertag und Primetime landete die Sendung bei 3,66 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern - wie Quotenmeter am Samstag ausweist, ein Marktanteil von 19,6 Prozent.

Es ist der zweite Rutsch unter die Vier-Millionen-Marke in Folge. Noch im April hatte die XXL-Formel 4,02 Millionen erreicht, danach ging es im Sommer sichtbar bergab. Die Ausgabe am Einheitstag konnte die Trendlinie nicht brechen. Beim werberelevanten Publikum zwischen 14 und 49 Jahren verzeichnete Das Erste 0,44 Millionen und 14,9 Prozent - ein Wert, bei dem öffentlich-rechtliche Showformate traditionell unter Druck geraten, auch wenn die Gesamtreichweite respektabel bleibt.

Prominente, aber kein Zuwachs

Die Gästeliste war für einen Feiertagsabend auf Augenhöhe mit den klassischen ARD-Showreihen: Herfurth und Fitz vertraten das Kinoprogramm, van Almsick und Neugebauer die Sportseite, Riemann und Wussow die ältere Theater- und Fernsehgeneration. Riemann steht derzeit in Hannover auf der Bühne, wo sie am Schauspielhaus die Hauptrolle in Sibylle Bergs „Ein wenig Licht. Und diese Ruhe.“ spielt - eine Produktion, die seit Herbst 2025 im Repertoire läuft und in der Regie von Lena Brasch für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt hat. Dass sie zwischen den Theaterterminen für das ARD-Quiz zur Verfügung stand, hob die Prominenz der Runde, zog aber kaum neue Zuschauer heran.

Dass Pflaumes Format kein Selbstläufer mehr ist, zeichnet sich seit einigen Monaten ab. Quotenmeter formuliert in der Analyse zum Samstag, man habe „mit unter vier Millionen und unter 20 Prozent eine abnehmende Form“ bedient - eine Diagnose, die auch die XXL-Ausgaben erfasst, die ursprünglich die Ratequote stabilisieren sollten. Die ARD-Verantwortlichen dürften die Entwicklung mit Blick auf die kommenden Feiertagsstrecken rund um Weihnachten im Auge behalten, wenn mit Sondersendungen traditionell Marktanteile oberhalb der 20-Prozent-Marke angepeilt werden.

Im Anschluss übernahmen die Tagesthemen den Sendeplatz und erreichten um 23:25 Uhr noch 1,80 Millionen Zuschauer bei 16,5 Prozent Marktanteil - ein ordentlicher Wert für die späte Ausgabe, zumal der Feiertag die klassischen Nachrichtenmuster verschiebt. Für die Programmplanung heißt das: Die XXL-Formel bleibt Teil der Feiertagsstrategie, muss aber beweisen, dass sie den Rückstand aufholen kann, bevor im Winter die nächste Prominentenrunde ansteht.