Der britische Musikproduzent William Orbit ist tot. Der Grammy-Gewinner, der Madonnas Comeback-Album „Ray of Light“ produzierte, starb bereits am 23. Juli im Alter von 69 Jahren in seinem Londoner Zuhause. Seine Familie machte den Tod erst am Freitag über Orbits offiziellen Instagram-Kanal öffentlich. Eine Todesursache wurde nicht genannt.

„We are deeply saddened by his death“, heißt es in der Mitteilung, die weltweit von t-online, Rolling Stone und der Abendzeitung München zitiert wurde. „He will be greatly missed by us and so many whose lives he touched through his music, friendship and kindness.“ Orbit, mit bürgerlichem Namen William Wainwright, wäre im Dezember 70 geworden.

Sein Name ist untrennbar mit einem der prägenden Popalben der späten Neunzigerjahre verbunden. 1998 erfand Orbit an Madonnas Seite den Sound von „Ray of Light“ - jene Mischung aus warmen Streichern, Ambient-Flächen und harten elektronischen Beats, die dem Album drei Grammys einbrachte und Madonnas Karriere nach mehreren schwächeren Jahren neu ausrichtete. Für den Titelsong bekam Orbit den Grammy als „Best Dance Recording“, das Album gewann als „Best Pop Album“. Insgesamt war er siebenmal für den Preis nominiert.

He will be greatly missed by us and so many whose lives he touched through his music, friendship and kindness.
- Familie William Orbit, Instagram

Vom Underground-Remixer zum Pop-Architekten

Orbit hatte sich in den Achtzigerjahren mit dem Elektronik-Trio Torch Song und als Remixer für Prince, Sting und die frühe Madonna („Justify My Love“, „Erotica“) einen Namen gemacht, bevor ihn Madonna 1997 in ihr Team holte. Danach riss die Auftragslage nicht mehr ab: Er produzierte Blurs experimentelles Album „13“ (1999), arbeitete mit U2, All Saints, Britney Spears, Pink, Katie Melua und Beck. Für Madonnas „Beautiful Stranger“ aus dem „Austin Powers“-Soundtrack folgte im Jahr 2000 der dritte Grammy.

Die Kondolenzbekundungen aus der Branche kamen umgehend. Spice-Girl Melanie C, die mit Orbit den Song „Go!“ aufgenommen hatte, schrieb, es sei eine Ehre gewesen, „mit diesem großartigen Mann zu arbeiten“. Fatboy Slim nannte ihn im Guardian einen „Pionier und Gentleman“. Auch Skin von Skunk Anansie meldete sich zu Wort und dankte für „Jahrzehnte prägender Musik“.

Ein Rückzug, der keiner sein sollte

Orbit hatte in Interviews offen über seine Drogenprobleme gesprochen und einen Rückfall in seinen Sechzigern eingeräumt. Der österreichische Radiosender FM4 erinnerte in seinem Nachruf an Orbits selbstironische Bilanz: „Das war nicht so eine gute Idee.“ Nach einem Klinikaufenthalt schien er körperlich und mental stabilisiert. In den vergangenen Jahren hatte er nach eigenen Angaben ein komplettes zweites Madonna-Album fertiggestellt, das nie veröffentlicht wurde.

Sein letzter offizieller Release blieb das Comeback-Album „The Painter“ aus dem Jahr 2022. Mit dem Tod des Produzenten endet eine Karriere, die von 1980er-Club-Undergrounds bis in die Charts der frühen 2000er reichte - und die den Sound eines der meistverkauften Pop-Alben der Neunziger, „Ray of Light“, bis heute prägt.