Alexander Zverev hat sich am Dienstagabend in Wimbledon deutlich schwerer getan als erwartet. Der French-Open-Champion setzte sich in seinem Auftaktmatch auf dem Centre Court gegen den 21-jährigen Belgier Alexander Blockx nach knapp drei Stunden mit 6:4, 6:7 (8:10), 7:6 (7:5), 7:6 (7:0) durch - drei der vier Sätze wurden im Tiebreak entschieden. Neben Zverev zogen mit Jan-Lennard Struff und Tatjana Maria zwei weitere deutsche Profis in die zweite Runde ein, während Tamara Korpatsch gegen die Weltranglistensiebte Coco Gauff mit 2:6, 1:6 ausschied.

Zverev startete auf dem Hauptcourt souverän. In den ersten Ballwechseln arbeiteten Vor- und Rückhand, Volley und Aufschlag „so präzise wie ein Uhrwerk“, wie es die Sportschau am Ende des ersten Satzes beschrieb. Dann wuchs Blockx in die Aufgabe hinein und zwang den Hamburger in den zweiten Tiebreak des Turniers, den er dank zweier Ass-Punkte am Ende 10:8 gewann. Der dritte Satz kippte an einer Nervenprobe des Debütanten: Bei 6:6 im Tiebreak leistete sich Blockx zwei Doppelfehler in Folge, Zverev schlug den Satz zu. Den vierten Tiebreak dominierte der Deutsche dann komplett und holte ihn ohne Punktverlust.

Als ich die Auslosung gesehen habe, habe ich gedacht: schon wieder einer, der mit über 200 Sachen aufschlägt und dir den Schläger aus der Hand haut. Aber er ist so ein talentierter, guter Junge.
- Alexander Zverev über Blockx, Sportschau

Struff dreht die Partie im fünften Satz

Auf Court 14 lieferte Jan-Lennard Struff das dramatischste deutsche Match des Tages. Der 36-Jährige führte gegen den Argentinier Sebastián Báez schon 2:0 nach Sätzen (6:1, 7:6), verlor dann Satz drei und vier (4:6, 2:6) und drohte, ein bereits sicher geglaubtes Match abzugeben. Im Entscheidungssatz kämpfte er sich Break für Break zurück und gewann schließlich 7:5. „Es ist ein dreckiger Sieg“, sagte Struff bei ran, „dass ich es geschafft habe, das im fünften Satz irgendwie umzudrehen, war unglaublich.“ In Runde zwei trifft er auf den Sieger des Duells zwischen Brandon Nakashima und dem britischen Wildcard-Spieler Jack Pinnington Jones.

Maria bestätigt ihren Rasen-Lauf

Tatjana Maria bestätigte in ihrem ersten Match nach dem verlorenen Eastbourne-Finale gegen Madison Keys, dass ihr Rasen-Sommer kein Zufallsprodukt ist. Die 38-Jährige aus Bad Saulgau schlug die Kasachin Julija Putinzewa in 6:4, 6:4, brachte im ersten Satz früh das Break zum 3:0 und ließ ihre Gegnerin mit variantenreichen Slice-Schlägen kaum ins Match kommen. Die Sportschau notierte, Maria habe schlicht die wenigeren Fehler gemacht. In Runde zwei wartet mit der 22-jährigen US-Amerikanerin Iva Jovic (Nr. 16 der Setzliste) eine deutlich härtere Aufgabe. 2022 stand Maria in Wimbledon im Halbfinale - für die 38-Jährige ist der All England Club der Ort, an dem sie ihre größten Momente feiert.