Kurz nach dem Schlusspfiff des WM-Finals hat die FIFA am späten Sonntagabend im MetLife Stadium die Einzelauszeichnungen des Turniers vergeben. Rodri, Kapitän der neuen Weltmeister, nahm den Goldenen Ball als bester Spieler entgegen, wenige Minuten nachdem er Spanien zum 1:0-Sieg nach Verlängerung gegen Argentinien geführt hatte. Aus dem spanischen Fanblock kamen „Rodri, Rodri“-Rufe, aus dem argentinischen antwortete ein trotziges „Messi, Messi“, wie Sport1 vom Spielfeldrand berichtete.
Der 30-Jährige von Manchester City, seit 2024 Weltfußballer des Jahres, ist der erste Spanier überhaupt, dem die Wahl zum besten WM-Spieler gelingt. Zuletzt hatte 2018 mit Luka Modric ein Mittelfeldspieler die Trophäe geholt. Rodris Weg dorthin führte durch einen Kreuzbandriss im September 2024 und eine monatelange Reha, wie ESPN erinnerte. Mit dem Titel gehört er nun laut Yahoo Sports zu den elf Spielern, die Champions League, Weltmeisterschaft und Ballon d'Or gewonnen haben.
Diese Mannschaft ist unglaublich. Zweimal Weltmeister zu werden, ist die schwerste Leistung überhaupt - und wir haben sie gegen ein Team wie Argentinien geschafft.
Silber ging an Messi, der das Turnier mit acht Toren und einem Halbfinal-Hattrick gegen Frankreich beendete, aber sein drittes WM-Finale in Folge nicht gewinnen konnte. Kylian Mbappé nahm den Bronzenen Ball entgegen und sicherte sich zusätzlich zum zweiten Mal in Serie den Goldenen Schuh. Zehn Turniertreffer bedeuten den höchsten Wert eines Einzelspielers bei einer Weltmeisterschaft. Jude Bellingham und Erling Haaland teilen sich Rang drei der Torschützenliste mit je sieben Toren.
Simón und Cubarsí komplettieren Spaniens Sammlung
Den Goldenen Handschuh für den besten Torhüter erhielt Unai Simón. Der Keeper von Athletic Bilbao musste in acht Spielen nur einmal hinter sich greifen, beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. Auch die Auszeichnung für den besten jungen Spieler bleibt in Spanien: Innenverteidiger Pau Cubarsí vom FC Barcelona setzte sich gegen seinen Vereinskollegen Lamine Yamal durch. Der 19-Jährige, seit gut zwei Jahren Stammkraft bei Barça, spielte sich in Kanada und den USA neben Simón in die individuelle Bestenliste des Turniers.
Mit vier Einzelpreisen und dem Pokal dominiert Spanien die Ehrenliste des Turniers so deutlich wie kaum eine Nation zuvor. Für Frankreich bleibt vor allem Mbappés Torrekord: Mit nun 22 Treffern bei Weltmeisterschaften überholt der 27-Jährige laut SRF Messi (21) an der Spitze der ewigen Bestenliste.
Weltfußballerwahl im Oktober
Rodri gilt nun als klarer Favorit auf den Ballon d'Or, der am 26. Oktober in Paris vergeben wird. Der Cityer hatte den Preis bereits 2024 überraschend gewonnen. Eine zweite Auszeichnung in Serie hätte historischen Rang: Zuletzt gelang das Cristiano Ronaldo 2013 und 2014. Messi dürfte in der Wahl ebenfalls weit vorn liegen, nach der Silbermedaille von New Jersey aber diesmal knapp hinter dem Spanier.