Spanien ist Fußballweltmeister. Im Finale von East Rutherford setzte sich La Roja am Sonntagabend Ortszeit vor 82.500 Zuschauern im MetLife Stadium mit 1:0 nach Verlängerung gegen Titelverteidiger Argentinien durch. Der entscheidende Treffer fiel in der 106. Minute durch Ferran Torres, der aus fünf Metern unter die Latte traf. Für Spanien ist es der zweite WM-Titel nach dem Sieg von Johannesburg 2010, für Argentinien und Lionel Messi das Ende einer Ära.

Die reguläre Spielzeit war eine Zermürbungsprobe. Spanien dominierte den Ballbesitz, kam auf 19 Torschüsse und hätte nach Zählweise der Sportschau schon vor der Halbzeit in Führung gehen können, wenn nicht Emiliano Martínez im argentinischen Tor Paraden gegen Lamine Yamal, Nico Williams und Pedri geliefert hätte. Argentinien wiederum ließ sich fallen, überließ Spanien den Ball und wartete auf Umschaltmomente, die nie kamen: Bis zur 117. Minute gab die Albiceleste keinen einzigen Torschuss ab, ein bislang beispielloser Wert in einem WM-Endspiel.

In der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit kippte die Statik. Enzo Fernández sah in der 90.+3 Gelb-Rot, nachdem er den 18-jährigen Verteidiger Pau Cubarsí im Mittelfeld mit hoher Geschwindigkeit gefoult hatte. Argentinien musste die gesamte Verlängerung in Unterzahl bestreiten. „In einem alles in allem ereignisarmen Finale setzte sich Spanien in der Verlängerung durch“, urteilte die Sportschau in ihrem Spielbericht.

Porro, Williams, Torres - der Treffer aus dem Handbuch

Der Siegtreffer fiel nach Muster. Pedro Porro flankte vom rechten Strafraumeck an den langen Pfosten, wo Nico Williams zum kurzen Pfosten zurücklegte. Torres nahm den Ball direkt und traf mit links unter die Latte. Es war der 19. Torschuss der Spanier - und der erste, den Martínez nicht mehr parieren konnte. Ein weiteres Tor von Torres in der 113. Minute erkannte Schiedsrichter Slavko Vincic wegen Abseits ab, kurz zuvor hatte Mikel Merino per Kopf den Pfosten getroffen.

Für Trainer Luis de la Fuente ist es der zweite große Titel binnen zwei Jahren nach dem EM-Sieg 2024 in Berlin. Sein Team ging als einer der ballsichersten Kader in ein Turnier, das rein statistisch beeindruckt: acht Spiele, ein Gegentor, 38 Länderspiele in Serie ohne Niederlage - laut ZDFheute ein neuer Weltrekord auf Nationalmannschafts-Ebene. Yamal, dessen Oberschenkelprellung aus dem Halbfinale gegen Frankreich noch bis zuletzt Thema war, spielte über die volle Distanz.

Lionel Messi wirkte fast unbeteiligt, während Lamine Yamal auf spanischer Seite eifrig agierte.
- Sportschau, Spielbericht

Messi ohne Wirkung, Scaloni-Zyklus vor dem Ende

Für Argentinien endet die Titelverteidigung mit einer der leisesten Endspiel-Vorstellungen der jüngeren WM-Geschichte. Messi, mit 39 Jahren zum sechsten Mal bei einer WM, blieb ohne Torschuss und wurde in der 87. Minute vom Publikum am Ball gepfiffen. Nach dem Schlusspfiff blieb er lange auf dem Rasen sitzen, wurde von Trainer Lionel Scaloni und Rodrigo De Paul in Empfang genommen. Ob es sein letztes Länderspiel war, ließ er nach Angaben mehrerer Medienvertreter offen.

Scaloni, seit 2018 im Amt und Weltmeister von Katar, hatte in den vergangenen Wochen den engen K.o.-Kalender kritisiert. Ob der 47-Jährige weitermacht, ist unklar. Die Goldene Torjägerkanone ging derweil an Kylian Mbappé, der mit zehn WM-Toren Messis Turnierbilanz von acht Toren übertraf und einen neuen Bestwert für eine einzelne WM aufstellte. Die FIFA schüttete rekordverdächtige Preisgelder aus: 50 Millionen US-Dollar für den Weltmeister, 33 Millionen für den Finalisten.

In der Halbzeitpause hatte die FIFA erstmals eine Super-Bowl-artige Show inszeniert, mit Madonna, Justin Bieber und BTS auf einer temporären Bühne im MetLife Stadium. Auf der Ehrentribüne verfolgten FIFA-Präsident Gianni Infantino und US-Präsident Donald Trump das Spiel hinter Panzerglas. Die Trophäe überreichte Infantino gemeinsam mit Trump an Kapitän Álvaro Morata.