Am Sonntagabend um 21 Uhr MESZ endet die 23. Fußball-Weltmeisterschaft mit einem Duell, das die FIFA sich kaum besser hätte ausdenken können: Titelverteidiger Argentinien gegen Europameister Spanien, Lionel Messi gegen Lamine Yamal, der 39-jährige Rekord-Kapitän gegen den 18-jährigen Ballzauberer aus Barcelona. Austragungsort ist das MetLife Stadium in East Rutherford vor den Toren New Yorks, das ZDF überträgt live im Free-TV, MagentaTV parallel in UHD.
Spanien hat sich mit einer Machtdemonstration ins Endspiel gespielt. Beim 2:0 im Halbfinale gegen Frankreich ließ La Roja dem Turnier-Mitfavoriten praktisch keine Chance, Mikel Oyarzabal traf per Elfmeter, Pedro Porro erhöhte nach der Pause. Die Mannschaft von Luis de la Fuente hat im ganzen Turnier nur ein einziges Gegentor kassiert - eine Bilanz, an der sich auch England und Argentinien in den K.o.-Runden die Zähne ausbissen. „Diese Spieler haben es sich einfach verdient, weil sie mit Leidenschaft, Solidarität und außergewöhnlichem Talent spielen“, sagte de la Fuente nach dem Halbfinale gegenüber dem Handelsblatt.
Der andere Finalist musste deutlich mehr leiden. Gegen England lag Argentinien nach dem Führungstor von Anthony Gordon in der 55. Minute zurück, drehte die Partie aber in der Schlussphase noch zum 2:1. Es war das Muster, das sich durch das ganze Turnier zieht: Late-Game-Drama, Messi als Vorbereiter, kaltschnäuzige Ausführung. Trainer Lionel Scaloni klagte in den vergangenen Wochen mehrfach über den engen Spielplan - „Je näher man dem Ende kommt und je mehr Spiele absolviert wurden, desto mehr Erholung braucht man - doch genau das Gegenteil passiert“, sagte er nach dem Viertelfinale gegenüber Flashscore. Sollte Argentinien den Pokal verteidigen, hätte das Team innerhalb von 17 Tagen fünf K.o.-Spiele gewonnen.
Yamal gegen Messi - und ein System dahinter
Der Reiz des Finales liegt im tabellarischen Kontrast der Spielweisen. Spanien setzt auf Ballbesitz und Struktur, ein 4-3-3 mit Rodri als Sechser, Pedri und Gavi davor, Yamal und Nico Williams als hoch stehende Flügel. Argentinien spielt kompakt gegen den Ball und lauert auf Umschaltmomente, in denen Messi immer wieder ins Mittelfeld abkippt und die Räume für Julián Álvarez und Lautaro Martínez öffnet. Die kicker-Analyse spricht von einem „Duell zweier Philosophien - Ballbesitz-Perfektion gegen Comeback-Genie“.
Everyone knows who Messi is, but no one expected him to be playing at such a high level. I'm really happy for him.
Yamal ist mit 18 Jahren der bislang stärkste Spieler des Turniers, seine Rolle im spanischen Aufbau ist zentral. Messi wiederum sammelte gegen England zwei Vorlagen und wurde nach dem Spiel emotional, als er über das mögliche letzte Endspiel seiner Karriere sprach. Der englische Bundestrainer Thomas Tuchel hatte im Vorfeld erwogen, ihn per Manndeckung zu neutralisieren - eine Idee, die de la Fuente in Spanien nicht auf dem Plan hat. „Er sieht Dinge früher als andere“, sagte Tuchel der BBC über den 39-Jährigen.
Halbzeitshow und Bronzespiel als Rahmen
Um das Endspiel herum inszeniert die FIFA erstmals eine Super-Bowl-artige Halbzeitshow, kuratiert von Chris Martin. Als Auftritte bestätigt sind unter anderem Shakira, Madonna und Coldplay. Bereits am Samstagabend Ortszeit spielen Frankreich und England im Hard Rock Stadium in Miami um Platz drei, MagentaTV überträgt das Spiel exklusiv. Für Deutschland läuft die WM im ZDF im Free-TV, Anpfiff des Endspiels ist um 21 Uhr MESZ.