Wie wir vor neun Tagen berichteten, hat sich der VfL Wolfsburg am letzten Spieltag der Bundesliga nur dank des 3:1 gegen den FC St. Pauli auf den Relegationsplatz gerettet. Das Hinspiel beim SC Paderborn ging am vergangenen Donnerstag in der heimischen Volkswagen-Arena torlos zu Ende - jetzt steht der Klub aus Niedersachsen am Pfingstmontag ab 20:30 Uhr in der Paragon-Arena vor dem Spiel seines Jahres.
Trainer Dieter Hecking muss mit seiner Mannschaft in Paderborn gewinnen, sonst stürzt der VfL erstmals seit dem Bundesliga-Aufstieg 1997 wieder in die Zweitklassigkeit. In den beiden vorangegangenen Relegationen 2017 gegen Eintracht Braunschweig und 2018 gegen Holstein Kiel hatten sich die Wölfe noch durchgesetzt. Diesmal ist die Ausgangslage knapp: Die Auswärtstorregel ist seit Jahren abgeschafft, bei erneutem Remis entscheidet Verlängerung, dann gegebenenfalls Elfmeterschießen.
Im Hinspiel hatte Wolfsburg laut Bundesliga-Statistik 17 Torschüsse, traf aber das Tor nicht. Adam Daghim scheiterte mehrfach an Paderborns Torwart Dennis Seimen, auch ein Freistoß von Christian Eriksen wurde pariert. „Es war das erwartet enge Spiel“, bilanzierte Hecking im Anschluss laut Sportschau und mahnte mehr Präzision an. Paderborns Coach Ralf Kettemann, in seiner ersten Profistation als Cheftrainer, zeigte sich „insgesamt sehr zufrieden“.
Diese Spiele werden nicht einfach. Wir müssen zweimal brutal fokussiert sein.
Personalsorgen auf beiden Seiten
Paderborn muss auf Mittelfeldspieler Jonah Sticker verzichten, der in der vierten Minute der Nachspielzeit Gelb-Rot vom Schiedsrichter Benjamin Brand sah. „Das ist schon der Wermutstropfen heute“, sagte Kettemann nach dem Hinspiel der ARD-Sportschau. Kapitän Felix Götze hatte vor dem Hinspiel von zwei „geilen Relegationsspielen“ gesprochen, in denen die Ostwestfalen zeigen wollten, was sie können. Der Drittplatzierte der 2. Bundesliga peilt den dritten Aufstieg der Klubgeschichte an.
Wolfsburg-Stürmer Dženan Pejčinović, der am 34. Spieltag gegen St. Pauli getroffen hatte, kündigte vor den Relegationsduellen an, alles geben zu wollen: „Wir sind bereit und motiviert“, zitiert ihn die Bundesliga-Website. Die Wölfe sind statistisch favorisiert, doch die jüngsten Auftritte in Paderborn liefen nicht zwingend für die Niedersachsen - im Februar gewann der SCP im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bremen, im Liga-Vergleich der Vorsaison hatten beide Teams je einmal gewonnen.
Übertragung und Modus
Sat.1 zeigt das Rückspiel live im Free-TV, Sky überträgt parallel im Pay-TV mit Vorberichten ab 19:45 Uhr. Sollten 90 Minuten nicht reichen, folgen zwei 15-minütige Verlängerungen und im Notfall das Elfmeterschießen. Wolfsburg könnte mit einer Niederlage als achter ehemaliger Meister in die 2. Bundesliga steigen - eine Marke, die der Klub in 28 ununterbrochenen Erstliga-Jahren bislang stets vermieden hat.