Vier Jahre nach dem Kinostart hat sich Fatih Akins Xatar-Biopic „Rheingold“ die Spitze der deutschen Netflix-Filmcharts gesichert. Der Film ist seit dem 10. September im Streaming-Katalog verfügbar und schob sich innerhalb weniger Tage auf Platz 1, wie das Portal kino.de am 11. September meldete und die Musikredaktion von hiphop.de am 15. September bestätigte.

Der Erfolg kommt gut 16 Monate nach dem Tod des Kölner Rappers Giwar Hajabi, der unter dem Namen Xatar bekannt wurde. Hajabi wurde Anfang Mai 2025 in seiner Kölner Wohnung tot aufgefunden, er wurde 43 Jahre alt. In einer ARD-Dokumentation nannte seine Witwe Farvah Hajabi später einen Herzinfarkt als Todesursache, wie das Musikportal bigFM berichtet.

Er ist fit gewesen. Sei es mental oder auch physisch.
- Farvah Hajabi, Witwe von Xatar, in einer ARD-Dokumentation, zitiert nach bigFM

„Rheingold“ lief am 27. Oktober 2022 in den deutschen Kinos an und war mit rund 175.000 Zuschauern am Startwochenende Fatih Akins erfolgreichster Kinostart. Bundesweit sahen mehr als eine Million Menschen den Film, wie die Film- und Medienstiftung NRW dokumentiert. Emilio Sakraya spielt die Hauptrolle; das Drehbuch basiert auf Hajabis Autobiografie „Alles oder Nix“ und erzählt den Weg von der Flucht der kurdisch-iranischen Familie nach Bonn über einen spektakulären Goldraub bis zum Aufstieg im Musikgeschäft.

Was den Streaming-Aufstieg trägt

Für Platz 1 in den deutschen Netflix-Charts sind nach Branchenschätzungen zwischen 300.000 und 600.000 wöchentliche Aufrufe nötig, wie hiphop.de mit Verweis auf gängige Chart-Modelle vorrechnet. Rheingold verdrängte an der Spitze unter anderem den US-Thriller „Der Kinderflüsterer“, wie das Filmportal moviepilot am 11. September notierte. Zuletzt hielt sich Akins Film in den Top 3 der Streaming-Filme, so hiphop.de.

Der mediale Nachlauf soll 2026 weitergehen: Bereits im November 2025 hatte der NDR gemeinsam mit SWR, WDR und HR eine dreiteilige Dokuserie über Hajabi angekündigt, produziert von der Firma Film Five. Die Serie soll im Frühjahr 2026 in der ARD-Mediathek erscheinen, wie der Tagesspiegel damals meldete. Die Dreharbeiten hatten noch zu Xatars Lebzeiten begonnen.