Xavi Hernández ist neuer Bondscoach der Niederlande. Der 46 Jahre alte Spanier unterschrieb beim KNVB einen Vertrag bis zur WM 2030 und tritt die Nachfolge von Ronald Koeman an, der nach dem Ausscheiden gegen Marokko im Sechzehntelfinale der WM 2026 zurückgetreten war. Der Verband gab die Personalie am Mittwochabend bekannt.

Xavi ist der erste ausländische Nationaltrainer der Oranje seit Ernst Happel im Jahr 1978. Nach übereinstimmenden Berichten niederländischer Medien hatten Peter Bosz, Arne Slot und Erik ten Hag zuvor Absagen erteilt. Der frühere Barca-Coach war seit seinem Abschied aus Katalonien im Juni 2024 ohne Anstellung.

„Ich empfinde es als große Ehre, Nationaltrainer der niederländischen Nationalmannschaft zu werden“, ließ sich Xavi in der Mitteilung des KNVB zitieren. „Man könnte sagen, dass ich gewissermaßen ein Sohn des niederländischen Fußballs bin.“ Der Weltmeister von 2010 verweist damit auf seine Ausbildung bei Barcelona, wo Johan Cruyffs Erbe die Spielidee bis heute prägt.

Xavi hat allein schon als Spieler alles erlebt und gewonnen, darunter einen Weltmeistertitel.
- Nigel de Jong, KNVB-Sportdirektor

Sportdirektor Nigel de Jong begründete die Wahl mit Xavis Spielphilosophie. Sie passe „sehr gut zu der Art und Weise, wie wir mit der niederländischen Nationalmannschaft spielen wollen: Initiative ergreifen, dominanter und attraktiver Fußball“, erklärte de Jong laut Sportschau. Nach dem enttäuschenden WM-Aus im Elfmeterschießen gegen Marokko hatten sich in den Niederlanden viele Stimmen für einen personellen und stilistischen Neustart ausgesprochen.

Erstes Duell mit Klopp

Sein Antrittsspiel bestreitet Xavi am 24. September in der Nations League - ausgerechnet gegen Deutschland und Bundestrainer Jürgen Klopp. Für den Spanier ist es die erste Station als Nationaltrainer. Seine bisherige Vita als Coach umfasst al-Sadd in Katar sowie den FC Barcelona von November 2021 bis Juni 2024, wo er in der Saison 2022/23 die spanische Meisterschaft gewann.

In den Niederlanden bleibt die Skepsis. Der Kicker berichtet, mehrere Wunschkandidaten hätten die Aufgabe abgelehnt, bevor der Verband auf Xavi zusteuerte. Bis zum Auftakt der EM-Qualifikation 2028 im kommenden Jahr bleiben ihm die Nations-League-Spiele als Bühne, um Anspruch und Wirklichkeit in Deckung zu bringen.