Als Aymeric Laporte in der 96. Minute des WM-Finales im MetLife Stadium den letzten argentinischen Angriff wegköpfte, war Lamine Yamal bereits Rekordhalter. Mit 19 Jahren und sechs Tagen ist der Barcelona-Profi der jüngste spanische Weltmeister der Geschichte - und zugleich der viertjüngste überhaupt, wie unter anderem Sport1 am Montag vorrechnete. Vor ihm liegen nur die brasilianischen Wunderkinder Pelé (17 Jahre, 249 Tage / 1958) und Ronaldo (17 Jahre, 298 Tage / 1994) sowie der Italiener Giuseppe Bergomi, der 1982 in Madrid mit 18 Jahren und 174 Tagen den Titel holte.

Yamal ist damit auch der erste Fußballer überhaupt, der vor seinem 20. Geburtstag sowohl Europa- als auch Weltmeister ist. Bei der EM 2024 in Deutschland war er am Tag des Finales gegen England 17 Jahre alt geworden; nun folgte in East Rutherford der zweite Titel innerhalb von 24 Monaten. Der Sender Ran der Joyn-Gruppe verwies am Montag darauf, dass Yamal binnen zwei Turnieren zu einer Kategorie gehört, in die vor ihm noch niemand vorgestossen war.

Er ist so wunderbar und besonders. Es ist ein Vergnügen, ihm zuzusehen. Ich nenne ihn Mini-Messi.
- Nemanja Vidic über Yamal, ZDFheute

Der Weg zum Rekord war holpriger, als das Endergebnis vermuten lässt. Yamal war mit muskulären Beschwerden aus der Saison beim FC Barcelona zur Nationalmannschaft gestossen und verpasste den letzten Ligaspieltag. Trainer Luis de la Fuente brachte ihn beim 0:0 im Auftaktspiel gegen Kap Verde erst nach der Pause, gegen Saudi-Arabien nahm er ihn beim 4:0 vorzeitig vom Feld. Von der dritten Gruppenpartie an stand der 19-Jährige in jedem K.-o.-Spiel in der Startelf; im Viertelfinale gegen Belgien und im Halbfinale gegen Frankreich holte er zwei Elfmeter heraus, sein Halbfinal-Assist zum 2:0 leitete den Finaleinzug ein.

Bilanz und Vergleich

Am Ende des Turniers stehen für Yamal ein Tor, ein Assist und die Marke von 24 Länderspielen. Der frühere Manchester-United-Kapitän Nemanja Vidic hatte ihn in einem von ZDFheute übernommenen Interview vor dem Turnier als „Mini-Messi" bezeichnet - beide gingen durch die Barça-Nachwuchsschmiede La Masia, beide sind Linksfüsser, beide trugen bei ihren Klubs die Zehn. Der direkte Vergleich mit Lionel Messi, den Yamal im WM-Finale um 20 Jahre unterbot, dürfte den Nachwuchs Spaniens die kommenden Jahre begleiten. Kicker führt den 19-Jährigen nach dem Endspiel als Spielerprofil des Turnier-Gewinners; die Redaktion vermerkt, dass Yamal an Länderspieleinsätzen und Torbeteiligungen in seinem Alter bereits vor Messi und Cristiano Ronaldo liegt.