Die ZDF-Reihe „37°“ hat am Dienstagabend das Porträt „Das Gold ihres Lebens - Kugelstoßerin Yemisi“ ausgestrahlt. Der 30-minütige Film von Tina Soliman und Thorsten Lapp lief um 22.15 Uhr im Fernsehen, in der ZDF-Mediathek war er bereits seit Montag verfügbar. Er begleitet die 27-jährige Olympiasiegerin durch das Training in Portugal und zurück in die Pfalz, wo sie aufgewachsen ist. Zwei Tage vor der TV-Premiere hatte Mabry im Bochumer Lohrheidestadion bei den Deutschen Meisterschaften ihren dritten nationalen Titel in Serie gewonnen, mit 19,04 Metern, wie sportschau.de berichtet.

In Paris hatte sie am 9. August 2024 mit 20,00 Metern überraschend Olympia-Gold geholt, nachdem sie ihren ersten Versuch nach einem Sturz nur ungültig beendet hatte. Im Film erzählt Mabry, geborene Ogunleye, von den Jahren davor: als einziges Schwarzes Kind an ihrer Schule habe sie Mobbing und rassistische Anfeindungen erlebt, dazu eine Lese-Rechtschreib-Schwäche und mit zwölf Jahren erste Suizidgedanken. Halt gefunden habe sie in einer Kirchengemeinde und einem Gospelchor, in dem eine Jugendleiterin sie über Jahre begleitete. Vor Paris kamen zwei schwere Knieverletzungen.

Ich bin gefallen. Das bin ich oft in meinem Leben. Wieder aufzustehen ist die Kunst.
- Yemisi Mabry im ZDF-Porträt „37°: Das Gold ihres Lebens“

Zwischen den Olympischen Spielen und den Dreharbeiten hat sich für Mabry auch privat viel verändert: Im März 2026 heiratete sie den Fußballer Tyler Mabry, seither trägt sie dessen Namen, wie die Abendzeitung berichtet. Ihre Trainerin Iris Manke-Reimers bleibt an ihrer Seite, den Trainingsblock verbringt Mabry regelmäßig in Portugal. Neben Olympia-Gold stehen inzwischen Silber bei der Hallen-WM 2024, Silber bei der Hallen-EM 2025 und Bronze bei der Freiluft-EM 2024 in ihrer Bilanz - dazu nun die dritte DM-Krone in Folge, die als Zeichen einer stabilen Formkurve gelesen wird.

Der Zeitpunkt des Porträts ist kein Zufall. Zwischen dem Rummel um die Finals und der beginnenden Vorbereitung auf die Freiluft-WM in diesem Sommer sucht die ARD-ZDF-Sportberichterstattung Formate, die Athletinnen jenseits des Weiten-Rankings sichtbar machen. „Ich will einfach mitnehmen, was ich mitnehmen kann“, sagt Mabry im Film über ihre nächsten Ziele. Ihr Trainingslager in Portugal, die Rückkehr in die Pfalz und die Momente vor dem Wurf im Ring wechseln sich in den 30 Minuten ab. Am Ende steht kein neuer Rekord und keine neue Medaille, sondern der Satz, mit dem das ZDF den Film bewirbt: „Ich bin eine Überwinderin.“