Das WM-Finale zwischen Spanien und Argentinien hat dem ZDF am Sonntagabend die höchste Reichweite bei einer Fußball-Übertragung seit acht Jahren beschert. Im Schnitt 17,362 Millionen Menschen verfolgten das 1:0 der Spanier bis in die Verlängerung, wie der Sender am Montagvormittag in seiner Turnier-Bilanz mitteilte. Der Marktanteil lag bei 65,1 Prozent, bei den 14- bis 49-Jährigen sogar bei 73,0 Prozent. Bereits zum Anpfiff hatten 11,63 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer eingeschaltet.
Damit übertraf das Endspiel im MetLife Stadium die Reichweite des Katar-Finales 2022 zwischen Argentinien und Frankreich deutlich; damals hatten weniger als 14 Millionen zugeschaltet, das Turnier im Wüstenwinter litt unter der ungewöhnlichen Terminierung. Das Moskau-Finale 2018 zwischen Frankreich und Kroatien bleibt mit über 21 Millionen Zuschauern weiter außer Reichweite. Es war das erste Endspiel ohne deutsche Beteiligung seit 2010, das der Sender in dieser Größenordnung übertragen konnte.
Den Quoten-Höhepunkt des Turniers stellte nicht das Finale, sondern der DFB-Auftakt: Das Vorrundenspiel gegen Curaçao am 12. Juni sahen laut Angaben aus Bonn 24,01 Millionen Menschen im Ersten. Auf ZDF-Seite standen mit Deutschlands Achtelfinal-Aus gegen Paraguay (17,443 Millionen, 75 Prozent Marktanteil) und dem Vorrundenspiel gegen die Elfenbeinküste (18,925 Millionen) zwei DFB-Partien an der Spitze. Auch das Halbfinale Frankreich-Spanien mit 12,688 Millionen Zuschauern tauchte in den Top 5 des Senders auf.
58,7 Millionen Nettoreichweite, 337 Millionen digitale Zugriffe
Über die gesamte Turnierdauer erreichte das ZDF nach eigenen Angaben 58,699 Millionen Menschen zumindest kurzzeitig - das entspricht 73,9 Prozent der potenziellen deutschen TV-Bevölkerung. Im Schnitt schauten pro Spiel 6,184 Millionen Zuschauer zu, der durchschnittliche Marktanteil lag über 30 Partien bei 43,8 Prozent. Auf den ZDF-Streamingportalen wurden 337,10 Millionen Sichtungen gezählt, mit einem Tagesrekord von 14,70 Millionen am 30. Juni. Die Sport-Sparte ZDFheute-Sport verzeichnete 174,03 Millionen Aufrufe.
Der Fußball-Sommer hat Millionen Menschen begeistert. Neben starken TV-Quoten freut es mich besonders, dass unsere WM-Berichterstattung auch auf den digitalen Plattformen aufgegangen ist.
Social-Media-Reichweite wächst gegenüber Euro 2024
Deutlich zugelegt hat der Sender laut eigener Zählung bei Social Media. Auf Instagram kamen 247 Reels auf 212,96 Millionen Aufrufe - im Vergleich zur Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Jahr ein Zuwachs um rund ein Fünftel. Der TikTok-Kanal produzierte 285 Videos mit 148,32 Millionen Views, fast eine Verdopplung gegenüber der Euro 2024. Der YouTube-Kanal „sportstudio fußball“ verzeichnete 138,91 Millionen Aufrufe und 822 Millionen Watch-Minuten.
Für die FIFA dürfte die Quotenmeldung ein Signal sein, wie stark das Turnierformat auch ohne die DFB-Elf im Finale in Deutschland wirkt. Die konkreten Zahlen von MagentaTV, das alle 104 Turnierspiele parallel im Pay-TV zeigte, wurden zunächst nicht ausgewiesen. Der Sender kritisierte in den vergangenen Wochen die parallele Terminierung mit dem MetLife-Fanfest im Central Park, das den öffentlich-rechtlichen Bildern Konkurrenz gemacht hatte.