Nintendo hat am Dienstagnachmittag deutscher Zeit im „Legend of Zelda 40th Anniversary Direct" den Fahrplan zum runden Jubiläum der Reihe vorgestellt. Die rund 30-minütige Präsentation wurde ab 16 Uhr weltweit gestreamt und bündelte in einer Show, was Nintendo sonst häufig über Monate verteilt: einen Remake-Termin, eine Sonderedition der Konsole, Konzerttermine, LEGO- und Hasbro-Produkte sowie den offiziellen Titel des seit 2023 angekündigten Zelda-Kinofilms.

Zentrale Nachricht ist die Neuauflage von The Legend of Zelda: Ocarina of Time für die Switch 2. Sie erscheint am 5. November 2026 und ist bereits im deutschen Nintendo-Shop gelistet, freigegeben ab zwölf Jahren. Das Original von 1998 gilt bis heute als Blaupause für 3D-Action-Adventures; die Neufassung übernimmt die Struktur, ersetzt aber Grafik, Kamerasteuerung und Sprachausgabe. Die Cutscenes sind erstmals durchgehend vertont, die Dialoge wurden erweitert, das Sprungsystem ist nicht mehr automatisch, und Spielerinnen und Spieler können Ocarina-Melodien wahlweise per Knopfdruck oder ins Mikrofon der Switch 2 summen. In den USA kostet die digitale Version 59,99 Dollar, die physische 69,99 Dollar, wie unter anderem Engadget berichtet.

Konsole in Triforce-Optik, Film ohne Untertitel

Bereits eine Woche früher, am 29. Oktober 2026, kommt die Nintendo Switch 2 - The Legend of Zelda - 40th Anniversary Edition in den Handel. Die Rückseite von Konsole, Dock und Joy-Con-2-Controllern trägt Triforce-Motive; in Japan ruft Nintendo dafür 62.980 Yen inklusive Steuern auf. Parallel erscheinen ein Pro Controller im Zelda-Design sowie eine passende Transporttasche mit Displayschutz. Vorbestellungen laufen bei Nintendo bereits, die deutschen Endpreise waren am Dienstagnachmittag noch nicht ausgewiesen.

Nintendo nutzte den Direct auch, um den seit 2023 mit Sony Pictures produzierten Realfilm zu positionieren. Er heißt schlicht „The Legend of Zelda", ohne Untertitel - und laut Serienschöpfer Shigeru Miyamoto ist das kein Zufall. „Once you see the film, you'll understand why there isn't a subtitle", zitiert das Fachportal Nintendowire den Nintendo-Veteranen. Regie führt Wes Ball („Kingdom of the Planet of the Apes"), Benjamin Evan Ainsworth spielt Link, Bo Bragason Prinzessin Zelda, Uli Latukefu Ganondorf und Dichen Lachman Impa. Weltstart in den Kinos ist der 30. April 2027.

Sobald man den Film gesehen hat, versteht man, warum er keinen Untertitel trägt.
- Shigeru Miyamoto, Nintendo, zitiert nach Nintendowire

Um die zwei Schwergewichte gruppiert Nintendo eine dichte Reihe von Nebenprodukten. Ab 2027 rollt eine weltweite Konzerttour mit Orchestermusik aus der Reihe an, geplant sind bislang Tokio (Januar), Chicago (Februar), London (April) und Melbourne (Mai), weitere Städte sollen folgen. LEGO bringt im Frühjahr 2027 ein 1.750 Teile umfassendes Set „Link & Epona", Hasbro ein 69 Zentimeter langes elektronisches Master Sword mit über 15 Sound-Effekten. Zwei neue amiibo-Figuren („Young Link" und „Young Zelda") schalten im Remake retro-inspirierte Masken frei. Die Begleit-App Zelda Notes wird um Funktionen wie „Today's Record", ein Ocarina-Quiz und ein Tagesziel-System erweitert.

Warum das Jubiläum für Nintendo wichtig ist

Der Direct fällt in ein außergewöhnlich starkes Jahr für Nintendo. Die Switch 2 ist am 5. Juni 2025 gestartet und hat sich laut deutschsprachiger Wikipedia bereits im ersten Halbjahr über 17 Millionen Mal verkauft - der beste Konsolenstart der Firmengeschichte. Mit Ocarina of Time zieht der Konzern jetzt einen Titel aus dem Katalog, der bei Fans über Jahre hinweg als Referenz gilt, und flankiert ihn mit einer Konsolenedition, die auf Sammlermärkte zielt. Der Kinofilm wiederum ist Nintendos zweiter großer Realfilm-Versuch nach dem Erfolg von „Der Super Mario Bros. Film" (2023) - und die eigentliche Wette darauf, dass die Marke auch außerhalb der Konsole trägt.

Aus Sicht der Community war das erste Gameplay-Material des Ocarina-Remakes das mit Abstand meistdiskutierte Segment. Fachpublikationen wie Nintendo Life und Gematsu heben hervor, dass Nintendo Hyrule vergrößert, die Kämpfe beschleunigt und trotzdem den Aufbau des Originals belässt - inklusive Zeitreise-Mechanik zwischen Kindheit und Erwachsenenalter. Ob der Balanceakt zwischen Nostalgie und Modernisierung gelingt, wird sich am 5. November zeigen.