Fünf Jahre nach seinem Abschied von Real Madrid kehrt Zinédine Zidane auf die Trainerbank zurück, und zwar auf die, die er sich selbst als einzige gewünscht hatte. Der französische Fußballverband FFF stellte den 54-Jährigen am Dienstag im Verbandssitz in Paris offiziell als Nachfolger von Didier Deschamps vor. Der Vertrag läuft bis 2030, den Dienst tritt Zidane am 1. August an. Sein erstes Länderspiel folgt am 25. September in der Türkei, dem Auftakt der Nations-League-Gruppenphase, wie SPOX und ran übereinstimmend berichten.
Wie wir am 15. Juli nach dem WM-Halbfinal-Aus gegen Spanien berichteten, war Zidane als Nachfolger längst gesetzt, ohne dass Verbandschef Philippe Diallo den Namen offiziell aussprechen wollte. Zwei Wochen später ist die Formalie erledigt. „Ich habe es oft gesagt: Es gibt nichts Größeres als die französische Nationalmannschaft. Es ist deshalb eine Freude und natürlich eine große Ehre, Trainer dieser französischen Nationalmannschaft zu werden. Es ist auch eine große Verantwortung“, sagte Zidane bei seiner Vorstellung, wie SPOX zitiert.
Ich habe Angebote für vier oder fünf Jahre bekommen, einen Klub zu übernehmen, und ich habe sie alle zurückgewiesen - zugunsten der französischen Nationalmannschaft.
Der Verbandspräsident Diallo erklärte, die Berufung erfülle den Verband „mit großem Stolz“, und beschrieb Zidane als „Legende in der Geschichte der Bleus, der zu einem der erfolgreichsten und angesehensten Trainer seiner Generation geworden ist“. Die Zusammensetzung des Trainerstabs bleibt vorerst offen; Zidane will die Co-Trainer laut ran erst Anfang September benennen. Dass er nach seinem Real-Abschied im Sommer 2021 keinen Klub übernommen hatte, erklärte er in Paris mit einer klaren Prioritätensetzung: Das Amt beim Verband sei „das Einzige“ gewesen, was er nach Madrid habe machen wollen.
Nations League, EM 2028, WM 2030
Nach dem Türkei-Auftakt am 25. September folgt eine Woche später das Heimspiel gegen Italien im Stade de France in Saint-Denis, dazu zweimal Belgien in der Gruppenphase. Es ist der schnelle Praxistest für einen Trainer, der zuletzt vor über vier Jahren an einer Seitenlinie stand. Die eigentlichen Ziele liegen weiter hinten im Kalender: die Europameisterschaft 2028 in Großbritannien und Irland, dann die Weltmeisterschaft 2030 in Spanien, Portugal, Marokko und Südamerika, mit der Zidanes Vertrag ausläuft.
Zidane übernimmt einen Kader, der bei der WM 2026 in Nordamerika bis ins Halbfinale kam und dort mit 0:2 an Spanien scheiterte. Die Achse aus Kylian Mbappé, Aurélien Tchouaméni und William Saliba dürfte den Umbruch tragen. Als Spieler hatte Zidane 1998 in Saint-Denis den WM-Titel geholt und 2000 die Europameisterschaft gewonnen; als Trainer von Real Madrid gewann er zwischen 2016 und 2018 drei Champions-League-Titel in Folge, gefolgt von einer zweiten Amtszeit bis 2021. Sein neuer Job ist der erste, den er seither anfasst - und der einzige, den er, folgt man seinen eigenen Worten am Dienstag, überhaupt anfassen wollte.