Alexander Zverev hat sein fünftes Halbfinale bei den French Open in den vergangenen sechs Jahren erreicht. Wie wir am Samstag berichteten, war der Hamburger nach einem mühsamen Achtelfinale gegen Jesper de Jong noch auf der Suche nach seiner Form. Im Viertelfinale am Dienstagabend in Paris fand er sie: Gegen den 19-jährigen Spanier Rafael Jódar setzte sich Zverev mit 7:6 (7:3), 6:1, 6:3 durch und steht damit am Freitag gegen den Tschechen Jakub Mensík erneut zwei Siege vom ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere entfernt.

Den Anfang machte Jódar, der in seinem ersten Roland-Garros-Auftritt ohne Furcht aufschlug und nach Angaben von Eurosport im ersten Satz lange das Spiel diktierte. „Heute war es sehr schwer gegen einen sehr guten Spieler. Ich bin glücklich, dass ich im Halbfinale stehe“, sagte Zverev nach der Partie. Erst im Tiebreak griff der Weltranglistendritte zu, dann übernahm er die Kontrolle und gab in den Sätzen zwei und drei nur noch vier Spiele ab. „Er hat ein bisschen nervös serviert, als er den Satz gewinnen wollte. Ich habe meine Chancen genutzt“, schilderte Zverev gegenüber der Turnierseite rolandgarros.com.

Wen ich lieber spiele? Ehrlich gesagt ist es mir völlig egal.
- Alexander Zverev, vor dem Halbfinale

Die obere Hälfte des Tableaus hat sich für Zverev geöffnet wie selten zuvor. Titelverteidiger Carlos Alcaraz und Topgesetzter Jannik Sinner sind beide früh ausgeschieden, das verbliebene Schwergewicht Novak Djokovic wurde am Dienstag vom 18-jährigen Brasilianer João Fonseca aus dem Turnier geworfen. Auf die Frage, wer ihm im Halbfinale lieber wäre, antwortete Zverev knapp: „Ehrlich gesagt ist es mir völlig egal.“ Für ihn zähle nur das eigene Spiel - „wenn ich gut spiele, sind das 99 Prozent der Arbeit“, sagte er nach Berichten von ProFootballNetwork.

Mensík als unbekannte Größe im Halbfinale

Der Halbfinalgegner heißt nun Jakub Mensík, ist 20 Jahre alt und steht erstmals in einem Grand-Slam-Halbfinale. Der Tscheche schaltete im Viertelfinale Fonseca in drei Sätzen aus (6:3, 6:4, 7:6 (3)) und gilt mit seinem druckvollen Aufschlag als unangenehmer Sandplatzgegner, auch wenn die rote Asche nicht sein bevorzugter Belag ist. Für Zverev ist die Begegnung sportlich Neuland und psychologisch eine Erleichterung: Statt Alcaraz oder Sinner steht ein Spieler gegenüber, der den Druck eines Grand-Slam-Halbfinales zum ersten Mal aushalten muss.

Bei der Tagesschau verwies Boris Becker als Eurosport-Experte darauf, dass sich Zverevs Psyche im Vergleich zum Achtelfinale beruhigt habe. Tatsächlich wirkte der 29-Jährige nach dem Sieg ungewohnt selbstbewusst. „Ich möchte hier sein, und ich möchte die Spiele gewinnen, die noch vor mir liegen“, sagte er auf dem Court Philippe-Chatrier. Zum sechsten Mal in Folge steht er im Viertelfinale oder besser, das fünfte Halbfinale bei seinem Lieblingsturnier folgt nach der Finalniederlage 2024 gegen Alcaraz und dem Viertelfinal-Aus 2025 gegen Djokovic. Anpfiff für das Halbfinale Zverev gegen Mensík ist nach Turnierangaben am Freitag im zweiten Match nach Tagesbeginn.