Alexander Zverev hat sein Achtelfinale bei den French Open am Sonntag souverän gewonnen und steht zum sechsten Mal in Folge im Viertelfinale von Roland Garros. Auf dem Court Philippe-Chatrier setzte sich der 29-jährige Hamburger nach gut zwei Stunden mit 7:6 (7:3), 6:4, 6:1 gegen den niederländischen Lucky Loser Jesper de Jong durch. Im ersten Satz lag Zverev im Tiebreak bereits mit 0:3 zurück, ehe er sich über fünf Punkte in Serie befreite. Vom zweiten Satz an dominierte er Aufschlag und Grundlinie.

Im Viertelfinale wartet am Dienstag der spanische Außenseiter Rafael Jódar. Der 19-Jährige hatte sich zuvor nach 0:2-Satzrückstand gegen Pablo Carreño Busta zurückgekämpft und mit 4:6, 4:6, 6:1, 6:2, 6:2 die Sensation perfekt gemacht. Für Zverev ist es das fünfte Aufeinandertreffen mit einem Profi außerhalb der Top 100 in diesem Turnier - die Chance, erstmals in seiner Karriere ein Grand-Slam-Halbfinale auf Sand auch in einen Triumph zu verwandeln, war seit Jahren nicht mehr so greifbar.

Ich weiß nicht, wie oft ich es noch sagen soll: Ich spiele jetzt gegen Frenkie de Jong. Der Rest interessiert mich nicht.
- Alexander Zverev, Pressekonferenz nach dem Drittrunden-Sieg, Eurosport

Konkurrenz schon vor dem Viertelfinale weg

Dass der Weg zum Titel plötzlich so frei wirkt, liegt an einer Serie von Überraschungen in der ersten Turnierwoche. Weltranglistenerster Jannik Sinner schied bereits in der dritten Runde aus, nachdem ihm wie Eurosport berichtete die Hitze in Paris zu schaffen machte. Wenig später folgte das überraschende Aus von Novak Djokovic: Der 39-Jährige verspielte gegen den 19-jährigen Brasilianer João Fonseca eine 2:0-Satzführung und verlor mit 6:4, 6:4, 3:6, 5:7, 5:7. Titelverteidiger Carlos Alcaraz fehlt verletzungsbedingt komplett.

Damit ist Zverev nach Lesart der ATP-Berichterstattung der einzige Top-5-Spieler, der noch im Tableau steht. Sein Trainer Boris Becker hatte bereits nach dem Drittrunden-Sieg gegen Quentin Halys gegenüber Eurosport festgestellt, der Hamburger habe die Nachtschicht bis 0:49 Uhr „gut gelöst“ und sei körperlich in Verfassung. Drei Siege trennen Zverev nun von seinem ersten Grand-Slam-Titel - bei den US Open 2020 hatte er ein Endspiel erreicht, bei den Australian Open 2025 ebenso, jeweils aber verloren.

Sportlich profitiert Zverev von einem Tableau, das nach den Ausfällen kaum noch Schlagdistanzen kennt. Im Halbfinale könnte Lorenzo Musetti warten, im Endspiel der ungesetzte Fonseca - oder ein weiterer Außenseiter. Olympic.com schreibt, Zverev träume nun wieder vom ersten großen Wurf. Vor dem Viertelfinale gegen Jódar liegt die Hauptarbeit aber zunächst auf dem Trainingsplatz: Der Spanier hat in Paris bereits zwei Fünfsatz-Schlachten überstanden und gilt als läuferisch unermüdlich.