Alexander Zverev hat am Freitagabend auf dem Court Philippe-Chatrier 7:5, 6:2, 3:6, 6:3 gegen Jakub Mensík gewonnen und steht zum zweiten Mal im Endspiel der French Open. Im Finale am Sonntag um 15.00 Uhr trifft der Hamburger Weltranglistendritte auf den Italiener Flavio Cobolli, der sein Halbfinale kampflos erreichte. Wie wir am Mittwoch nach Zverevs Viertelfinal-Sieg gegen Rafael Jódar berichteten, war es bereits sein fünfter Roland-Garros-Halbfinaleinzug binnen sechs Jahren - jetzt ist daraus sein viertes Grand-Slam-Endspiel überhaupt geworden.
Zverev kontrollierte das Match über weite Strecken. Nach Angaben der Sportschau schlug er sechs Asse und 42 Winner, die Statistik zählte am Ende 100 gewonnene Punkte. Den ersten Satz entschied er gegen den 20 Jahre alten Mensík mit 7:5, im zweiten ließ er beim 6:2 kaum noch eine Chance. Erst im dritten Durchgang kippte das Match: Bei elf unerzwungenen Fehlern des Deutschen und nur vier auf der Gegenseite holte sich der Tscheche, im April Halbfinalist in Madrid, den Satz mit 6:3. Im vierten Durchgang stabilisierte Zverev sein Aufschlagspiel und brach Mensík zum entscheidenden 6:3.
„Das ist Grand-Slam-Tennis, im Best-of-Five kann sich jederzeit alles drehen. Deswegen ist es wichtig, ruhig zu bleiben“, sagte Zverev in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Über den Halbfinalgegner: „Er ist ein großartiger Spieler, ein großartiger Junge.“ Auf dem Platz hatte er kurz zuvor mit dem ehemaligen Profi Àlex Corretja im On-Court-Interview gescherzt, was ihm beim Betreten des Courts durch den Kopf gehe: „In dem Moment geht mir gar nichts durch den Kopf. Überhaupt: Wir sind Sportler. Wir haben eh nichts im Kopf, deshalb...“ Die Antwort sorgte laut t-online für laute Lacher auf dem Centre Court.
Cobolli zieht kampflos ins Finale ein
Sein Finalgegner stand bereits fest, bevor Zverev seinen ersten Aufschlag gegen Mensík geschlagen hatte. Flavio Cobolli, die Nummer 14 der Welt, hätte im zweiten Halbfinale gegen seinen Landsmann Matteo Arnaldi spielen sollen. Doch Arnaldi, in seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale, musste kurz vor dem Anpfiff zurückziehen. Eine Viruserkrankung machte einen Antritt unmöglich. „Beim Abendessen habe ich es im Bauch gespürt. Ab 1 Uhr nachts habe ich mich übergeben“, schilderte Arnaldi gegenüber italienischen Medien, zitiert von Eurosport. „Ich kann mich nicht bewegen, nichts essen und nichts trinken.“ Für Cobolli, der mit dem Finaleinzug erstmals an die Tür der ATP-Top-Ten klopft, war es ein bittersüßer Moment.
So etwas erwartet man nicht. Ich war bereit, das Halbfinale zu spielen. Ich bin sehr traurig für ihn.
Vierter Anlauf auf den ersten Major-Titel
Für den 29-jährigen Zverev ist das Endspiel am Sonntag der vierte Anlauf auf seinen ersten Grand-Slam-Titel. 2020 in New York verlor er das US-Open-Finale gegen Dominic Thiem, 2024 in Paris unterlag er Carlos Alcaraz, in Melbourne 2025 gegen Jannik Sinner. Die obere Hälfte des Tableaus hat sich diesmal früh geöffnet: Titelverteidiger Alcaraz, Topgesetzter Sinner und Novak Djokovic sind alle vor dem Halbfinale ausgeschieden. Sky Sport Austria sprach am Freitag von der „wohl realistischsten Chance“ des Hamburgers seit Jahren, nach der Coupe des Mousquetaires zu greifen.
Anpfiff für das Endspiel zwischen Zverev und Cobolli ist nach Angaben des Veranstalters am Sonntag um 15.00 Uhr im Court Philippe-Chatrier. Zuvor steht am Samstag noch das Damen-Finale auf dem Programm, in dem mit Maja Chwalinska die erste Qualifikantin in der Open Era um den Titel spielt.