Daniel Peters ist am Sonntagabend als Landesvorsitzender der CDU Mecklenburg-Vorpommern zurückgetreten. Der 45-jährige Spitzenkandidat zog die Konsequenzen aus dem 4,9-Prozent-Ergebnis vom Vortag, das die Nord-CDU erstmals aus einem Landtag der Bundesrepublik geworfen hat. Kommissarisch übernimmt Philipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt und bisheriger Stellvertreter im Landesvorstand.
Der Rücktritt wurde in Schwerin nach einer Sitzung des Landesvorstands verkündet. Für ihn gehöre es „zu einer verantwortungsvollen Politik, persönliche Konsequenzen zu ziehen“, sagte Peters vor der Presse. Er handle in Absprache mit dem Bundesvorsitzenden: „Kein Affront gegen Friedrich Merz. Ganz im Gegenteil: Ich habe das mit ihm so abgestimmt.“ Auch Generalsekretärin Katy Hoffmeister trat zurück; sie erschien am Sonntag nicht mehr vor die Kameras.
Wenige Stunden zuvor hatte bereits die stellvertretende Landesvorsitzende Ann Christin von Allwörden auf Instagram erklärt, das Ergebnis lasse sie „sprachlos“ zurück, es brauche jetzt „die Ehrlichkeit, daraus persönliche Konsequenzen zu ziehen“. Die 47-Jährige legt sämtliche politischen Ämter nieder. Damit verliert der Landesverband binnen 24 Stunden nahezu seine gesamte Führungsspitze.
Ich bin mir sicher, dass die CDU Mecklenburg-Vorpommern auch in Zukunft, auch wenn wir jetzt nicht dem Landtag angehören werden, eine tragende Rolle spielen wird.
Amthor bremst die Aufarbeitung
Amthor, seit Sommer 2026 auch im Kanzleramt tätig, kündigte an, keine schnelle Analyse zu liefern. „Es wäre der Situation und des Ausmaßes der historischen Niederlage jetzt nicht angemessen, hier sofort eine Analyse zu präsentieren“, sagte er im Schweriner Landesbüro. Einen Landesparteitag mit Neuwahl der Spitze strebt er „nicht unmittelbar in den nächsten Wochen, sondern eher in Richtung Anfang des nächsten Jahres“ an, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete.
Für die Bundes-CDU ist der Vorgang ein Novum. Peters war erst 2024 an die Spitze in Schwerin gerückt, als sein Vorgänger Franz-Robert Liskow überraschend das Handtuch warf. Zwischen Vincent Kokert, Michael Sack und Eckhardt Rehberg hatte die Nord-CDU zuletzt schon eine Serie von Führungswechseln hinter sich, jetzt kommt der historische Landtagsverlust hinzu. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will in der kommenden Woche mit Linken und Grünen über eine rot-rot-grüne Koalition sondieren; bei diesen Verhandlungen sitzt die CDU erstmals seit Bestehen des Landes nicht mit am Tisch.