Am Dienstagabend hat VOX Folge 5 der 13. Staffel von „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ ausgestrahlt. Im Mittelpunkt stand Giovanni Zarrella, Schlagerstar und ZDF-Showhost. Was der Abend wurde, war etwas anderes als die übliche Tauschkonzert-Dramaturgie: Alina Süggeler, Frontfrau von Frida Gold, präsentierte eine vollständig umgeschriebene, deutschsprachige Fassung von Zarrellas „Italiano Vero“ - und adressierte sie direkt an seinen Vater Bruno. Zarrella brach in Tränen aus.

„Italiano Vero“ gehört zu den persönlichsten Stücken im Repertoire des gebürtigen Schweizers. Das Original erzählt vom Vater Zarrellas, Bruno, der in den 1960er-Jahren als junger Mann aus Süditalien nach Deutschland kam - als Teil jener ersten Generation von Gastarbeitern, die das Wirtschaftswunder mitgebaut und dabei eine eigene kulturelle Biografie in der Bundesrepublik begründet haben. Süggeler übersetzte den Text ins Deutsche und schrieb ihn aus der Perspektive eines Kindes um, das seinen Vater erst im Rückblick ganz versteht. Die zentrale Zeile ihres Arrangements: „Du musst ein echter Vater sein.“

Zarrella war von der Performance sichtlich bewegt. „Das Lied ist eine Hymne an die ersten Gastarbeiter, die damals nach Deutschland kamen. Und einer davon ist mein Papa“, sagte er in der Sendung. „Ich wollte, dass alle anderen verstehen, wer mein Papa ist. Und sie hat ihn so schön beschrieben.“ Süggeler hatte die Umschreibung von „Italiano Vero“ eigenständig erarbeitet; Zarrella wusste nicht, was ihn erwarten würde. Dass er die Version für den Sieger des Abends erklärte, überraschte niemanden im Raum.

Das hat in mir ein Pflaster auf eine Wunde geklebt, die noch nicht ganz verheilt war.
- Giovanni Zarrella, VOX „Sing meinen Song“, 12. Mai 2026

Von Bro'Sis zum Schlagerstar: Warum der Abend mehr war als eine Tauschshow

Zarrellas Abend bei „Sing meinen Song“ war nicht nur wegen „Italiano Vero“ bemerkenswert. Mark Forster spielte den ersten Bro'Sis-Hit „I Believe“ vollständig auf Italienisch - einen Text, den er eigens für den Abend selbst übersetzt hatte. Johannes Oerding interpretierte „Questa è la mia vita“ und widmete die Version seiner Mutter und seinem verstorbenen Vater. Ina Bredehorn sang „Confusione“, Tream „Adrenalina“, Der Graf „Fantastico“. Zarrella selbst eröffnete mit „Universo“, dem Titelstück seines aktuellen Albums.

Zarrella sprach in der Sendung über eine Phase seines Lebens, über die er selten öffentlich geredet hat. „Die ersten drei Jahre waren die schwersten meines Lebens“, sagte er mit Bezug auf die Zeit nach dem Ende von Bro'Sis im Jahr 2005. Die Gruppe war 2001 durch die RTL-Castingshow „Popstars“ entstanden und hatte mit „I Believe“ einen der meistverkauften deutschen Popsongs des Jahrzehnts produziert. Nach der Auflösung folgten mehr als zehn Jahre künstlerische Neuorientierung - Zarrella versuchte sich als Solopop-Künstler, ohne den Durchbruch zu finden, den er mit der Gruppe erlebt hatte. Erst 2017 wendete sich das Blatt: mit „La Dolce Vita“ und den nachfolgenden Schlager-Alben wurde er zur prägenden Figur des deutschen Schlagermarkts. „Sing meinen Song“ machte die Umwege dieser Karriere öffentlich sichtbar.

Frühjahr 2026: Costa, Netflix und die geschäftigste Woche seiner Karriere

Dass Zarrella in dieser Woche besonders präsent ist, hat mehrere Gründe. Am Montag hatte Costa Kreuzfahrten eine nationale Werbekampagne gestartet, in der Zarrella als Markenbotschafter unter dem Motto „La Bella Vita“ auftritt. „La Bella Vita ist für mich immer der Versuch, das Leben mit Wärme und Leichtigkeit zu genießen. Genau diesen authentischen Geist möchte ich in meiner Partnerschaft mit Costa mit den Menschen teilen“, wurde er in der Begleitpressemitteilung zitiert. Und seit Januar ist bekannt, dass Leonine Documentaries eine eigene Doku-Serie über die Zarrellas produziert, vermarktet über Netflix - modelliert nach „Kaulitz & Kaulitz“ und dem Beckham-Format.

VOX konnte die aktuelle Staffel stark starten: Der Auftakt im April erreichte laut Sender 10,7 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 59-Jährigen - bester Staffelstart seit sieben Jahren. Wie die Zarrella-Folge quotentechnisch landet, gibt der Sender in den nächsten Tagen bekannt. Dem Netz nach zu urteilen, war der Abend mit Süggelers Vater-Tribut und Forsters italianisierter Fassung von „I Believe“ einer der emotional aufgeladensten dieser Staffel - und einer, der über das übliche Tauschkonzert-Konzept hinauswies.