Die Kommunalwahl in Niedersachsen ist landesweit entschieden. Nach dem vorläufigen Auszählungsstand bleibt die CDU mit 34,4 Prozent stärkste Partei, die SPD folgt mit 31,2 Prozent, die Grünen kommen auf 10,9 Prozent. Die AfD landet bei 7,8 Prozent und verfehlt damit die selbst gesteckte Zehn-Prozent-Marke, wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend meldete.

Die Wahlbeteiligung stieg auf 57,0 Prozent - rund 13 Prozentpunkte über der Kommunalwahl 2021, als 44,0 Prozent ihre Stimme abgaben. Bereits um 16.30 Uhr hatte die Landeswahlleitung eine Zwischenbeteiligung von 50,67 Prozent gemeldet, wie wir am Mittag berichteten.

Es ist keine Mini-Bundestagswahl, sondern eine echte Persönlichkeitswahl in der eigenen Gemeinde, Stadt oder im Kreis.
- Olaf Lies (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen, zitiert bei t-online

Für die AfD ist der Ausgang trotz Zugewinnen gegenüber 2021 (damals 4,6 Prozent) hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Regional streuen die Ergebnisse erheblich: In Delmenhorst kommt die Partei auf 15,1 Prozent, in der Grafschaft Bentheim nur auf 1,1 Prozent. Vor der Wahl hatte die AfD auf einen zweistelligen Landesschnitt gehofft - auch weil vier Bewerber nach den neuen Regeln zur Verfassungstreue nicht zur Direktwahl zugelassen worden waren, darunter der Landtagsabgeordnete Stephan Bothe im Kreis Lüneburg.

Onay muss in Hannover in die Stichwahl

In der Landeshauptstadt Hannover deutet sich für Amtsinhaber Belit Onay (Grüne) ein Stichwahltermin an. Nach 392 von 478 ausgezählten Wahlbezirken lag Onay am Abend bei 44,2 Prozent, Herausforderer Axel von der Ohe (SPD) folgte mit 21,8 Prozent, Peter Karst (CDU) kam auf 13,9 Prozent. Für einen Sieg im ersten Wahlgang wären mehr als 50 Prozent nötig. Der zweite Wahlgang ist für den 27. September angesetzt.

Onay hatte 2019 im zweiten Wahlgang rund 52,9 Prozent geholt und den damaligen CDU-Kandidaten Eckhard Scholz geschlagen - für die Grünen der erste Oberbürgermeister der Landeshauptstadt. Die AfD-Kandidatin Jessica Miriam Schülke erreichte in Hannover 12,0 Prozent und lag damit vor der Linken-Bewerberin Maren Kaminski (4,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung in den ausgezählten Hannoveraner Bezirken lag bei 52,2 Prozent.

Das amtliche Endergebnis für ganz Niedersachsen erwartet die Landeswahlleitung erst im Laufe des Montagvormittags. Erste flächendeckende Zahlen aus den Landkreisen sollten ab 22.30 Uhr eintrudeln, eine Hochrechnung von Infratest dimap kündigte der NDR für 22.10 Uhr an. Fest steht bereits: Die 6,3 Millionen Wahlberechtigten haben in mehr als 2.100 Kommunalparlamenten neu verteilt - und in vielen Städten und Kreisen entscheiden nun die Stichwahlen am 27. September.