Zehn Tage vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern rückt die SPD in Umfragen näher an die AfD heran. Der aktuelle LänderTREND von Infratest dimap im Auftrag des NDR sieht die AfD bei 35 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 32 Prozent - ein Plus von drei Punkten gegenüber der Julibefragung. Die Linke liegt bei elf Prozent, die CDU bei acht, Grüne und BSW bewegen sich mit fünf und vier Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahl findet am 20. September statt.
In der Frage nach dem gewünschten Regierungschef bleibt Schwesig klar vorn. 60 Prozent der Befragten sprechen sich für die Amtsinhaberin aus, 25 Prozent für AfD-Spitzenkandidat Leif-Erik Holm. 56 Prozent wollen laut Umfrage eine SPD-geführte Landesregierung fortsetzen, 31 Prozent bevorzugen einen AfD-Regierungswechsel. Mit der Arbeit der rot-roten Landesregierung sind 49 Prozent zufrieden, sieben Punkte mehr als im Juli, 47 Prozent äussern sich kritisch.
Der Sieg in Sachsen-Anhalt gibt uns Schwung für die letzten zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern.
Ein zweites Umfrageinstitut zeigt einen ähnlichen Trend. Eine Insa-Erhebung im Auftrag des Neubrandenburger Nordkurier weist die AfD bei 36 Prozent aus, die SPD kommt hier auf 33 Prozent. Die CDU verliert in dieser Umfrage drei Punkte auf sieben Prozent und läge damit auf ihrem historisch schlechtesten Wert bei einer Landtagswahl. Rechnerisch ist eine rot-rote Koalition in beiden Umfragen nicht mehr möglich, ein Bündnis von SPD, Linken und Grünen dagegen schon.
AfD hofft auf Sachsen-Anhalt-Effekt
Die AfD versucht, den deutlichen Wahlsieg vom vergangenen Sonntag in Sachsen-Anhalt auf den Wahlkampf im Nordosten zu übertragen. Spitzenkandidat Holm verwies auf Wahlkampfveranstaltungen an der Ostseeküste auf den Rückenwind aus Magdeburg. Umgekehrt setzt Schwesig auf ihre persönliche Beliebtheit und den Amtsbonus. Die Studie von Infratest dimap basiert auf 1215 Befragten zwischen dem 26. und 31. August, sie war für den NDR erhoben. Die Fehlertoleranz liegt bei zwei bis drei Prozentpunkten.