Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat am Dienstag in Bremen einen Milliardenauftrag für Airbus in Aussicht gestellt. Die Bundeswehr will 16 neue Transportflugzeuge vom Typ A400M beschaffen, um ältere Maschinen ohne militärische Ausstattung zu ersetzen. „Wir denken sehr konkret aktuell darüber nach, logistische Flugzeuge durch neue taktische zu ersetzen“, sagte Pistorius nach einem Besuch im Bremer Airbus-Werk, wie „buten un binnen“ und die Deutsche Presse-Agentur berichteten.
Von den derzeit 53 A400M der Bundeswehr, die alle im niedersächsischen Wunstorf stationiert sind, verfügen 16 nach Angaben des Ministeriums nicht über die volle taktische Ausrüstung - es fehlen etwa Systeme zur Abwehr von Raketenangriffen und die Fähigkeit zur Luftbetankung. Genau diese Maschinen sollen ausgetauscht und an Partnernationen weiterverkauft werden. Als Grund für den Schritt nannte Pistorius die veränderte Sicherheitslage. Die Gespräche mit Airbus liefen „sehr gut“, der A400M sei „das beste Flugzeug seiner Art“.
Wir denken sehr konkret aktuell darüber nach, logistische Flugzeuge durch neue taktische zu ersetzen.
Bremen wartet auf den Bundestag
Das Investitionsvolumen bezifferte der Minister mit einem „Milliardenbetrag“, eine konkrete Zahl nannte er nicht. Bevor die Bestellung ausgelöst werden kann, muss der Bundestag zustimmen; parallel läuft nach Pistorius' Angaben noch Abstimmungsbedarf mit dem Hersteller. Im Bremer Werk werden Rumpfsegmente des A400M gefertigt, dort arbeiten laut „buten un binnen“ rund 800 Beschäftigte. Ein Zuschlag würde die industrielle Kapazität am Standort für Jahre absichern - ein Argument, das der Minister selbst in den Vordergrund stellte.
Der A400M kann nach Airbus-Angaben bis zu 37 Tonnen Fracht transportieren, hat eine Reichweite von rund 6.300 Kilometern und ist für Starts und Landungen auf unbefestigten Pisten ausgelegt. Zuletzt wurde die Maschine unter anderem bei den Waldbränden in Frankreich als Löschflugzeug eingesetzt. Für den Auftrag geht es nun um Tempo: Die Beschaffung soll sich nicht über Jahre hinziehen, wie es bei früheren Rüstungsprojekten oft der Fall war. Der Bundestag muss den Rahmen freigeben, damit Airbus mit der Produktion beginnen kann.